merken
PLUS

Deutschland & Welt

Ist Schumi zur Behandlung in Paris?

Laut Medienberichten ist der Rekord-Weltmeister zu einer geheimen Behandlung nach Frankreich gebracht worden – nicht zum ersten Mal.

Im Dezember 2013 verunglücke Michael Schumacher bei einem Skiunfall.
Im Dezember 2013 verunglücke Michael Schumacher bei einem Skiunfall. © dpa

Von Birgit Holzer, Paris

Die Information hätte wohl nicht in die Presse gelangen sollen und auch dass Journalisten vor dem Krankenhaus Georges-Pompidou im Südwesten von Paris ihre Kameras aufstellten, wollte man vermeiden. 

Das missglückte allerdings, seit die Pariser Tageszeitung „Le Parisien” darüber berichtete, dass Michael Schumacher angeblich am Montagnachmittag in die Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie eingeliefert worden sei. Noch am Montagabend meldete das Blatt, dass er dort am Dienstag von Philippe Menasché behandelt werde, einem 69 Jahre alten Professor für Thorax- und Herz-Kreislauf-Chirurgie und Spezialisten für Zelltherapie bei Herzinsuffizienz. Dieser gilt in Frankreich als Koryphäe, nachdem ihm unter anderem 2014 als weltweit erstem Chirurgen gelungen war, embryonale Stammzellen von Fremden in das Herz einer Infarkt-Patientin zu transplantieren. Bereits am Mittwoch werde Schumacher wieder aus dem Krankenhaus entlassen, schrieb „Le Parisien”. Woher die Zeitung diese Information haben wollte, wurde nicht bekannt.

Anzeige
Studium für Pflegeprofis
Studium für Pflegeprofis

Studium & Praxis vereinen? Bis zum 1. Oktober an der ehs Dresden für die innovativen pflegerischen Bachelor- & Masterstudiengänge bewerben!

Viele französische Medien griffen diese Nachricht dennoch rasch auf, obwohl die Klinik wie auch Professor Menasché die Informationen weder bestätigten noch dementierten: Stattdessen wurde auf die ärztliche Schweigepflicht verwiesen. Seit Jahren besteht die Familie auf Stillschweigen zur Gesundheit des 2013 verunglückten Ex-Spitzensportlers und bittet um den Respekt ihrer Privatsphäre. Und doch bleibt das Interesse an ihm immens.

Er bekam mehrmals Stammzelleninfusionen

„Le Parisien” zufolge war „Schumi” in einem Krankenwagen mit Genfer Nummernschild gekommen; sein Anwesen im Schweizer Ort Gland liegt am Genfer See. Rund zehn Personen hätten die Trage begleitet, auf der der Patient ins Gebäudeinnere gebracht wurde, um seine Sicherheit zu gewährleisten. Er sei komplett in einem blauen Schutzbezug verhüllt und damit nicht erkennbar gewesen. 

Laut „übereinstimmenden Quellen”, so „Le Parisien”, war der 50-jährige Schumacher bereits im Frühjahr zweimal in Behandlung im Krankenhaus Georges-Pompidou, wo er demnach Stammzelleninfusionen erhielt, die entzündungshemmende Wirkung haben sollten. Er sei jeweils mit einem Helikopter aus der Schweiz gekommen und unter einem falschen Namen eingeschrieben worden.

Der ehemalige deutsche Formel-1-Pilot und siebenfache Weltmeister ist auch in Frankreich eine prominente Persönlichkeit, zumal er seinen schweren Skiunfall im Dezember 2013 im französischen Skiort Méribel erlitt.

Nachdem er sich durch einen Sturz ein Schädel-Hirn-Trauma zugezogen hatte, wurde Schumacher damals zweimal operiert und über Wochen in ein künstliches Koma versetzt. Insgesamt verbrachte er mehrere Monate im Universitätsklinikum in Grenoble.

Vor allem in der ersten Zeit herrschte eine riesige Medienaufmerksamkeit, während seine Familie ihn stets so weit wie möglich zu schützen und abzuschirmen versuchte. Nach einem weiteren Krankenhausaufenthalt in Lausanne befindet sich der ehemalige Spitzensportler seit September 2014 zuhause.

Gerade sagte Schumachers 20 Jahre alter Sohn Mick, selbst Automobilrennfahrer wie sein Vater, auch er wolle „Privates wirklich privat halten”. Lediglich der ehemalige Formel-1-Teamchef und heutige Präsident des Welt-Automobilverbands FIA, Jean Todt, ein Vertrauter Schumachers aus gemeinsamen Zeiten beim Ferrari-Team, verriet im Juni im französischen Radiosender RMC, der Deutsche sei inzwischen nicht mehr permanent bettlägerig und kämpfe weiter um seine Rehabilitation. Gemeinsam hätten sie ein Rennen von Mick Schumacher im Fernsehen verfolgt.

Mehr zum Thema Deutschland & Welt