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Sachsen

Italien feiert sächsischen Politiker als Helden

Wie kam es dazu, dass Patienten aus dem italienischen Katastrophengebiet nach Leipzig ausgeflogen wurden? Vor allem Dank eines Abgeordneten

In der Nacht zum Dienstag landete eine italienische Militärmaschine mit acht Patienten in Leipzig.
In der Nacht zum Dienstag landete eine italienische Militärmaschine mit acht Patienten in Leipzig. © Peter Endig/dpa

Von Andrea Dernbach

Es ist nicht das erste Beispiel europäischer Nachbarschaftshilfe in Sachen Corona, aber für Italien ist es doch ein Premiere: Erstmals kann das Land schwer kranke Patienten aus seinen über die Belastungsgrenze strapazierten Krankenhäusern abgeben. Heute morgen landeten die ersten acht italienischen Corona-Kranken auf dem Flughafen Halle-Leipzig und werden nun in Sachsen weiterbehandelt.

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Als Organisator der Aktion feiern Italiens Medien den sächsischen CDU-Bundestagsabgeordneten Marian Wendt. Wendt, in normalen Zeiten als Vorsitzender des Petitionsausschusses gut beschäftigt, wehrt im Gespräch ab und verweist auf die vielen, die da an einem Strang gezogen hätten. Wie es zur Kooperation kam? Einfach durch Kontakte: „Europa ist ja keine Wolke, sondern etwas sehr Konkretes zwischen Personen“, sagt Wendt dem in Berlin erscheinenden Tagesspiegel.

Als Mitglied der Deutsch-Italienischen Parlamentariergruppe im Bundestag kenne er viele italienische Abgeordnete und stehe seit einiger Zeit schon wegen der Corona-Krise in täglichem Kontakt mit der deutschen Botschaft in Rom. Da ging es um technische Hilfe und um Material, Wendt konnte etwa in vielen Telefonaten helfen, als eine Lieferung von Schutzanzügen und Masken an der Grenze erst einmal hängenblieb.

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„Und am Donnerstagabend fragte mich die Botschaft in Rom: Könnten wir in Deutschland nicht auch Kranke aufnehmen? Ich habe dann gesagt: Stellt ihr eine formelle Anfrage an die Staatsregierung in Dresden, ich flankiere das dann mit Anrufen in den Ministerien.“ Schon in den ersten Telefonaten sei klar geworden: Das müssen wir machen.

Natürlich habe auch die Frage eine Rolle gespielt, ob nicht früher oder später auch deutsche Krankenhäuser von Corona überrollt würden. Das sei ein wesentliches Argument, sagt Wendt. Tatsache sei aber auch, dass die Krankenhäuser in Erwartung dessen, was kommt, den Normalbetrieb mit planbaren Operationen so weit heruntergefahren hätten, dass sie aktuell Kapazitäten frei hätten.

Marian Wendt
Marian Wendt © PR

„Ich weiß aus meinem eigenen Wahlkreis, dass die Häuser der sogenannten Grundversorgung zwar alle, Krankenpflege- wie ärztliches Personal, in Bereitschaft versetzt und Urlaubssperren verhängt haben. Aber viele Betten sind jetzt leer. In dieser Situation haben wir die Möglichkeit, Signale zu setzen“, sagt Wendt.

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Das sei am Wochenende auch die Meinung der Leipziger Ärzte gewesen. Mehr als ein Signal sende die Aufnahme von nur acht Italienerinnen und Italienern bisher ja nicht – „ich bemühe mich gerade, dass es mehr werden.“ Und er hofft auf einen Domino-Effekt, die Beteiligung auch anderer Länder. Das scheint zu funktionieren, Wendt freut sich, dass Nordrhein-Westfalen sich gemeldet hat, das Land des ersten deutschen Corona-Herds im Kreis Heinsberg.

Wie’s weitergeht mit der Luftbrücke Deutschland-Italien, deren ersten Pfeiler jetzt Sachsen gesetzt hat? Wendt ist zuversichtlich und zitiert einen der aktuell beliebtesten Grußformeln Italiens: „Andrà tutto bene.“ Alles wird gut.