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Italiener machen Druck

Das neue Presswerk PCM im Gewerbegebiet ist spezialisiert auf Abgastechnik in Fahrzeugen und erobert den Markt.

Von Dieter Hanke

Die Italiener verstehen was – von Espresso, Cappuccino oder anderen Kaffeespezialitäten. Doch ebenso versiert sind sie als Automobilzulieferer. Denn das neue hochmoderne Presswerk für Abgastechnik der italienischen Firmengruppe PCM im Klipphausener Gewerbegebiet macht von sich reden.

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Im Sommer 2013 wurde hier die Produktion von Tiefzieh- und Stanzteilen aus Stahl und Edelstahl für Abgasanlagen aufgenommen. Eine Million Umsatz wurde im Vorjahr gemacht. „Wir kommen jetzt immer besser mit den Produktionsabläufen zurecht. Für 2014 peilen wir sechs Millionen Euro Umsatz an“, sagt Kai Lauterbach, geschäftsführender Gesellschafter. In der Halle an der Dresdner Straße beeindrucken zwei große Pressen – eine verfügt über Presskräfte von 500 Tonnen, die andere von 1 250 Tonnen. Bei der Kaltumformung von Metallen hat sich PCM, deren Stammsitz in Castellalto in der Region Abruzzen liegt, einen Namen gemacht. Zu den Kunden gehören Faurecia, Magneti Marelli und weitere bekannte Abgasanlagenhersteller. Das Lkw-Auspuffwerk Eberspächer befindet sich gleich um die Ecke im Wilsdruffer Gewerbegebiet.

Aber auch Karosserie-Strukturteile und Schweißbaugruppen für Autohersteller werden in der 2 500 Quadratmeter großen Halle produziert. Computergesteuert sind die Fertigungsabläufe, auch ein Industrieroboter ist hier im Einsatz. „Das ist für uns alle eine große Herausforderung. Wir sind ein junges Team, es macht Spaß, in so einem neuen Betrieb zu arbeiten und voranzukommen“, sagt Elisabeth Schmidt. Die 32-jährige Diplomingenieurin für Ökologie und Umweltschutz aus Dresden kümmert sich um das Qualitätsmanagement. Über 20 Mitarbeiter sind am Standort tätig. Sie kommen aus der Region, sind Maschinenbediener, Instandhalter oder Industriemechaniker. Im italienischen Mutterwerk wurden einige von ihnen ausgebildet, in die Anlagen und das Material eingewiesen. „Wir suchen noch Tiefzieher, Schweißer mit Robotererfahrung und Mitarbeiter in der Lager- und Logistikbranche“, sagt der 44-jährige Geschäftsführer.

Zwei Werke in Italien aufgebaut

Die für die Blechumformung notwendigen Werkzeuge und Anlagen stellten italienische Partnerunternehmen von PCM her. An die zehn Millionen Euro wurden bislang in das Klipphausener Presswerk investiert.

Geschäftsführer Lauterbach freut sich, dass das Unternehmen mit diesem Standort eine gute Wahl getroffen hat. Dafür würde das technologische Umfeld mit einer ausgeprägten Forschungslandschaft sprechen. Lauterbach: „Ein ausgebautes Netz von Zulieferern und Dienstleistern sowie die Nähe zu Abgasanlagenherstellern und weiteren Kunden in Osteuropa wie Polen, Tschechien und Rumänien sind für uns weitere Vorteile.“ Der Geschäftsführer verweist da auf die gute logistische Anbindung mit dem direkten Anschluss zur A 4. „Das alles lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken“, sagt er.

Klipphausen ist der erste Standort von PCM in Deutschland. Im Grundstück sei noch viel Platz, wenn eine Erweiterung der Tochtergesellschaft nötig werde. „Die Wirtschaftsförderung von Freistaat, Landkreis Meißen und Gemeinde Klipphausen hat uns sehr unterstützt, damit wir einen guten Start haben“, so Lauterbach.

Der Geschäftsführer studierte Maschinenbau und kennt sich in der Abgastechnik-Branche gut aus. So hat er von 2003 bis 2009 in Italien gearbeitet, zwei Werke aufgebaut und eines später auch geleitet. Seine Erfahrungen zahlen sich jetzt in Klipphausen aus. „Wir sind auf einem guten Weg“, sagt der 44-Jährige.