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Ja, ich will – und noch viel mehr in Moritzburg

Ganz in Weiß, wie es Schlagerstar Roy Black einst bevorzugte, ist nicht mehr die einzig passende Farbe für das Kleid der Frau beim Schritt in die Ehe. Zur Hochzeitsmesse am Wochenende in Moritzburg fanden auch Kleider in Rot und Rosé die Bewunderung meist der Zuschauerinnen.

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Von Torsten Oelsner

Ganz in Weiß, wie es Schlagerstar Roy Black einst bevorzugte, ist nicht mehr die einzig passende Farbe für das Kleid der Frau beim Schritt in die Ehe.

Zur Hochzeitsmesse am Wochenende in Moritzburg fanden auch Kleider in Rot und Rosé die Bewunderung meist der Zuschauerinnen. Überhaupt lag besonders bei den Modenschauen im Untergeschoss des Barockschlosses so ein Hauch von Heiratsstimmung in der Luft, dass es Männer in diesem Augenblick bei noch unschlüssigen Partnerinnen ganz leicht gehabt hätten mit einem Heiratsantrag.

Selbst Heiratsmuffel, die aus dem Stand zig Argumente parat haben, weshalb es auch ohne Ring und gemeinsamen Namen an der Tür geht, konnten sich nicht ganz diesem Gefühl entziehen.

Angeboten wurde wirklich alles, was an so einem Tag gebraucht wird – von den Ringen über Kleider, Gläser bis zur kunstvoll aufgetürmten Hochzeitstorte.

Beim Start in die Ehe richtig krachen lassen

Die ist allerdings nicht ganz echt, wie Bäckermeister Karsten Liebscher aus Weinböhla an seinem Stand verrät. „Das was oben drauf ist, kann man essen, darunter ist aber Styropor“, erklärt er. Eine richtige Torte könnte nicht so lange im Warmen stehen. Wie sie dann aber in echt aussehe, könne man auch so demonstrieren.

Dass auch immer mehr Männer sich an dem berühmten Tag schminken lassen, war am Stand des Kosmetikstudios Ulbrich aus Dresden zu erfahren. „Einfach, damit der Mann auf den Fotos nicht so glänzt“, erklärt Beraterin Sylvia Kolb.

Sogar richtig krachen lassen es immer mehr beim Start in die Ehe. Und das freut Christoph Wenk von der Zündikat Artkontor GmbH. So ein Feuerwerk, besonders die Aufzeichnung davon, sei etwas, woran man sich noch lange erinnere. Für Preise ab 700 Euro aufwärts, kann man die Feuerwerke buchen. Bei den kurzlebigen Kunstwerken der Feuerwerke sei so einiges machbar, von brennenden Herzen bis zu ineinander verschlungenen Ringen, erklärt Wenk.

Heiraten – aber

ganz altmodisch

Moderiert wurde die Veranstaltung von Petra Hennig aus der Neuen Musikschule Coswig. Sie ging mit einem Mikrofon umher und wies die Gäste auf Besonderheiten oder die Termine der Modenschauen hin. Zwei, die die Angebote in Moritzburg sehr ernsthaft musterten, waren Swantje Niemtz und Thomas Kis aus Görlitz. Die beiden sind 25 Jahre alt und haben sich bei ihrer Arbeit als Bankkaufleute kennen und lieben gelernt.

Nächstes Jahr am 5. Juni soll Hochzeit sein, erzählten sie. Mit dem Termin habe es dabei eine bestimmte Bewandnis. Denn bis dahin wären sie 100 Tage und 100 Wochen zusammen. Und das wichtige daran – ohne Streit. Verlobt sind beide seit Juni dieses Jahres. „Wir sind ganz altmodisch“, sagen beide und lachen sich an. Für Swantje ist es selbstverständlich, dass sie künftig den Nachnamen ihres Mannes tragen wird. Von Doppelnamen halten beide nichts. Auch bei der Hochzeit soll alles so sein wie früher. „Eben so mit Kutsche und weißem Kleid“, sagen sie. Nur einen Ort haben sie noch nicht. Es könnte auch Moritzburg sein.