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Ja, meine Suppe ess ich gern

Als Hauptamtsleiter der Gemeindeverwaltung von Ottendorf-Okrilla hat Udo Rößler so manch schweren Job. Ihm obliegen die Verhandlungen mit den Vereinen, er ist für die neue Kita-Satzung zuständig, kümmert...

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Von Birgit Andert

Als Hauptamtsleiter der Gemeindeverwaltung von Ottendorf-Okrilla hat Udo Rößler so manch schweren Job. Ihm obliegen die Verhandlungen mit den Vereinen, er ist für die neue Kita-Satzung zuständig, kümmert sich um die Belange des Stadtarchivs, hält die Beziehungen zu den Partnerstädten am Laufen, und er muss essen. Ja, essen. Allerdings nur eine halbe Portion. Zwei Wochen lang war Rößler nämlich jetzt auf der Suche nach dem besten Schulessen für die Kinder in seiner Gemeinde und hat sich dafür ganz selbstlos den Bauch voll geschlagen. Gemeinsam mit vier Damen hat er Leberkäse gekostet und Hühnerfrikassee gelöffelt, Putenragout auf sein Gäbelchen gespießt und sich den Frühlingseintopf auf der Zunge zergehen lassen. Die Bedeutung der kulinarischen Reise durch die Kitas von Braunsdorf, Lomnitz, Liegau und Dresden ist nicht zu unterschätzen. Immerhin haben die ausgewachsenen Tester mit ihrer Aktion das Wohl der Ottendorfer Schüler im Sinn gehabt. Nachdem der Gemeinderat im Juli entschieden hat, die Essensversorgung an den Schulen an einen privaten Betreiber abzugeben, hat die Gemeindeverwaltung jetzt ein aufmerksames Auge auf die fünf Bewerber geworfen. „Wir sind in fünf Einrichtungen gefahren, die von den jeweiligen Anbietern beliefert werden, und haben das Essen getestet“, erklärt Udo Rößler. Auf einem wohlausgearbeiteten Fragebogen konnten die Tester Noten für Optik, Geschmack, Menge, Preis, Zubereitung/Transport, Ausgabe und Bestellung/Kassierung geben. Und haben sich dabei nicht nur auf ihr eigenes Urteil verlassen. „Zum Teil saßen wir mitten unter den Kindern“, erzählt Rößler lächelnd, „und konnten beim Essen in einige Gesichter sehen.“

Welcher Anbieter nach dem Testessen die beste Durchschnittsnote bekommen hat, ist noch geheim und außerdem nicht allein ausschlaggebend: Bis 17. Oktober liegen nämlich auch die Preisangebote der Unternehmen in der Gemeinde vor. Dann folgt für Rößler und seine Mannen die wirklich schwierige Aufgabe, zu entscheiden, wie teuer darf und wie gut muss das neue Essen für die Kinder sein? Sinn des Tests war schließlich, nicht nur die billigste, sondern auch die beste Schulküche zu finden. Entscheiden wird am Ende der Gemeinderat in seiner Sitzung im November. Umgestellt wird die Essensversorgung dann in den Winterferien 2004.