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Spannender als Polizeiarbeit

Ein ehemaliger Kommissar malt jetzt sächsische Schlösser. Der Ausstellungsraum dafür muss erst noch restauriert werden.

Von Karikaturen auf Abschlussberichten über surreale Gemälde. Die Arbeit von Peter Jäckel aus Niederau ist vielfältig. Nun sollen es Schlösser sein.
Von Karikaturen auf Abschlussberichten über surreale Gemälde. Die Arbeit von Peter Jäckel aus Niederau ist vielfältig. Nun sollen es Schlösser sein. © Claudia Hübschmann

Niederau. Wenn Peter Jäckel von seinem Leben vor der Malerei spricht, klingt das ziemlich eintönig. Dabei war Jäckel Polizeikommissar, doch ihm fehlte der Nervenkitzel. Seine Arbeit habe sich hauptsächlich aufs Telefonieren und Paragrafenreiten beschränkt. Da war jede Abwechselung willkommen und Jäckel fing an, trockene Abschlussberichte mit Polizei-Karikaturen aufzulockern. Ziemlich originelle.

Neben dem Dienst beim Staatsschutz kommt schnell ein Studium an der Kölner Kunsthochschule dazu, vor allem faszinierte ihn die surreale Kunst. Unendliche Treppenstufen, vom Winde verwehte Schachbretter. Wer Jäckel heute in seinem Atelier in Niederau besucht, sieht davon nicht mehr viel. Die Bilder aus dem Kopf des 77-Jährigen sind in einer Ecke eingelagert, damit es in seinem Keller wieder Platz gibt.

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Eine Ausstellung im Wasserschloss

1943 wird Jäckel in Altenburg geboren, doch seine Kindheit führt ihn durch die ganze Bundesrepublik, bis er mit seiner Familie in Köln Wurzeln schlägt und dort eine Ausbildung bei der Polizei beginnt. Als Jäckel vor über zehn Jahren nach Mitteldeutschland zurückkehrt, hat er endlich die Zeit, sich den ganzen Tag der Kunst zu widmen.

Für sein neues Projekt wollte er sich ganz auf sächsische Burgen und Schlösser beschränken. Aktuell malt er die Burg Hohnstein, die Albrechtsburg, das Wasserschloss Oberau und die Burg Stolpen. Alles in einem Bild - ein bisschen surreal soll es doch bleiben, und Jäckel hat sein Konzept ausgeweitet: Mittlerweile ist ein Bild der historischen Frauenkirche dazugekommen und neben jedem Schloss soll das Bild eines Schlossherrn stehen. Für die Porträts von Christian Fürchtegott Gellert und Co hat der Künstler auch schon einen Platz gefunden.

Faszination entstand beim Wandern

Sobald der obere Saal des Schlosses Oberau restauriert ist, sollen seine Bilder dort stilecht ausgestellt werden. "Bis dahin finden die Porträts, die alle einen Bezug zum Wasserschloss haben, einen Platz im Gemeindehaus", berichtet Jäckel. 

Die Faszination für seine neuen Motive entwickelte Jäckel auf Wanderungen. "Besonders toll finde ich es, wenn in den Gebäuden alles noch wie früher aussieht", schwärmt Jäckel. "Wenn man zum Beispiel durch die Gänge der Burg Stolpen läuft und dann die alten Holzbalken sieht. Da könnte ich sofort mit dem Malen anfangen." 

Bis seine neue Reihe fertig ist, dauert es wohl noch bisschen. Bisher sind vier von acht großen Gemälden fertig. Und wer weiß, welches Projekt ihn als Nächstes packt. Erst gestern kam der Anruf von einem früheren Weggefährten, der mit ihm noch mal ein Kinderbuch auflegen möchte.

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