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Jäger loben Gutachten zu Wolf in Zehren

Das Papier liegt jetzt dem Landratsamt vor und wird an die Landesbehörde weitergereicht. Die muss es bewerten.

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Der schwere Verkehrsunfall auf der B 6 bei Zehren am 10. Dezember vorigen Jahres, bei dem zwei Menschen schwer verletzt wurden und neun Pferde starben, war das Initial für eine gemeinsame Beratung von Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde der Landkreisverwaltung Meißen, eines Wildtierbeauftragten des sächsischen Landesjagdverbandes wie des Kreisjagdverbandes Meißen. Der Kreisjagdverband hatte in einem „Brandbrief“ an den sächsischen Innenminister auf die „Gefahren für die innere Sicherheit durch den unkontrollierten Bestandszuwachs des Wolfes“ hingewiesen. Das von Wernher Gerhards in Eigenregie gefertigte Gutachten blieb jedoch unter Verschluss. Jetzt stellte Gerhards seine Recherchen von der Spurensuche bis zur Kritik an behördlichen Strukturen und Konzepten dem Fachkreis vor. Rolf Kotzur, Wildtierbeauftragter des Landesjagdverbandes Sachsen, würdigte die Arbeit: „In der Expertise steckt mehr als nur Fleiß. Darin enthalten ist sehr viel wissenschaftliches Know-how. Herr Gerhards gehört zu den wichtigsten Wolfsexperten in Deutschland.“ Norman Härtner vom Kreisjagdverband erklärte, dass in den im Gutachten dargestellten Verfahren, deren Erfolg durch historisches Jägerwissen belegt sei, ein möglicher Weg aufgezeigt werde, Wolfsfährten auch unter Feldbedingungen zu identifizieren“.

Die Untere Naturschutzbehörde wurde drei Tage nach dem Unglück bei Zehren über den Verdacht, dass Wölfe möglicherweise die Verursacher sein könnten, informiert. So gibt es seitens des Amtes keine eigenen Untersuchungen. „Wir sind auf die Informationen von Herrn Gerhards angewiesen, damit die Möglichkeiten des Schadensersatzes nicht im Sande verlaufen“, betont Andreas Herr. Gerhards übergab das Papier der Behörde mit dem Hinweis, die „Politik zum Wolf in Sachsen endlich vom Kopf auf die Füße zu stellen“. Er wird auch die in Zehren sichergestellte Wolfs-Losung für eine DNA-Analyse zur Verfügung stellen. „Es geht um den Schutz der Menschen und der Wölfe. Vielleicht lässt sich dieses Ziel nur mit einem Kompromiss erreichen.“ Das Gutachten übergibt die Landkreisverwaltung Meißen der Landesdirektion Dresden, die das Verfahren zum Schadensersatz führt. Das Gutachten ist auf der Homepage des Kreisjagdverbandes Meißen zu finden. (kt)