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Jäger wollen feste Regeln für den Wolfsbestand

Der Wolf soll in der Lausitz mehr Fuß fassen. Die Jäger haben ihre Bedenken. Auf dem Kreisjägertag wollen sie darüber diskutieren.

Von Steffen Gerhardt

Der Wolf und seine Ausbreitung in der Lausitz wird eines der Themen sein, mit dem sich der Kreisjägertag am Sonnabend in Niesky beschäftigt. Christian Berndt als Vorsitzender des Jagdverbandes Niederschlesische Oberlausitz kann mit neuen Erkenntnissen aufwarten, die er von der Fachtagung des Deutschen Jagdverbandes vor zwei Wochen in Berlin mit nach Hause nahm. Grundtenor: Der Wolf wird sich weiter verbreiten. Der Landesjagdverband rechnet damit, dass der Wolfsbestand jährlich um ein Drittel zunimmt. 2013 wurden 18 Rudel und sieben Paare in Deutschland gezählt, so das Wolfsinstitut Lupus.

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Um ein geordnetes Ausbreiten des Wolfes zu ermöglichen, braucht es einige Maßnahmen. Christian Berndt zählt als erstes den Schutz der Menschen und Wildtiere auf. „Der Wolf kann nicht flächendeckend in Deutschland leben, er braucht seinen eigenen Lebensraum und eine Regulierung des Bestandes.“ Dabei plädiert der Vorsitzende für ein „selektives Jagen“ als Teil der Regulation. Auch wenn das vom Landesgesetz bisher verboten ist, weil der Wolf einen Schutzstatus hat.

Die Jäger wollen mehr in das Wolfsmonitoring einbezogen werden, also in die Überwachung der Wölfe. „Das darf aber nicht eine Sache nur für Deutschland sein, Polen und Tschechien sind ebenfalls mit einzubeziehen, denn der Wolf kennt keine Ländergrenzen“, so Berndt. Was der Wolf anrichtet, haben meistens die Jäger auszustehen. So, wenn Isegrim das Wild vertreibt und die Wildschweine die Felder heimsuchen und die Kulturen zerstören. Der Kreisjagdverband sieht hier weiterhin großen Nachholbedarf, auch was das Verständnis zwischen Jägern und Wolfsschützern betrifft. Ein Anfang wurde schon gemacht mit der Aktionsgruppe Wolf, der elf Kreisjagdverbände angehören.

„Aber auch das Zusammenspiel von Landwirten und Jägern muss uns besser gelingen“, nennt Christian Berndt einen weiteren Punkt. Ihm geht es um den Erhalt der Tierarten durch eine abwechslungsreiche Fruchtfolge auf den Feldern. „Nur Mais anzubauen, ist zu einseitig. Ist das Feld abgeerntet, sind Bodenbrüter schutzlos ihren Feinden ausgeliefert“, sagt der Jäger.

Darüber hinaus will der Kreisverband mehr für das Fleisch vom Wild als sehr gutes Nahrungsmittel werben und einen eigenen Internetauftritt vorbereiten.

Der Kreisjägertag findet am Sonnabend, ab 9 Uhr, statt. Veranstaltungsort ist das Bürgerhaus Niesky.