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Jägermeister AG und Retter proben den Ernstfall

Kamenz. Einen Einsatzder größeren Art gab esam Donnerstagabend imGewerbegebiet imOrtsteil Bernbruch.

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Von André Winkler

Alarm! Es ist Donnerstag, 18.19 Uhr. „Einsatz für die Feuerwehr Kamenz-Stadt, Bernbruch, Wiesa, Deutschbaselitz und Zschornau-Schiedel. Starke Rauchentwicklung im Objekt der Mast-Jägermeister AG“, tönt es aus den Funkmeldeempfängern der Kameraden der freiwilligen Feuerwehren. Kurz darauf sind die Einsatzkräfte mit ihren Fahrzeugen auf dem Weg zum Brandort. Die ersten treffen bereits um 18.23 Uhr ein – eine gute Zeit.

Schon von weitem ist weißer Rauch aus einem Teil der Produktionshalle zu sehen. Am Einsatzort angekommen, sind die meisten Mitarbeiter bereits auf dem dafür vorgesehenen Platz auf dem Gelände versammelt. Bei der Überprüfung, ob alle das Gebäude rechtzeitig verlassen haben, stellt eine Angestellte fest, dass drei Personen vermisst werden. Umgehend informiert man den Einsatzleiter der Feuerwehr. Parallel dazu werden zwei Rettungswagen des DRK-Kreisverband Westlausitz durch die Leitstelle in Hoyerswerda alarmiert.

Inzwischen ist der Brandherd im hinteren Teil der Halle lokalisiert, in dem auch die Vermissten tätig sind. Nach Anlegen der Atemschutzausrüstungen gehen die Florianjünger auf die Suche nach den Verunglückten und der Brandursache. Es dauert nicht lange, bis sie fündig werden. Eine Person, kaum ansprechbar, liegt auf einer Treppe mit einer stark blutenden Wunde am Kopf und am Bein. Eine weitere Person wird in einem kleinen Büro sehr aufgeregt mit Verbrennungen an den Händen und starkem Husten vorgefunden und berichtet, dass ein Kollege, nach vergeblichen Versuchen ihm zu helfen, noch unter einem Stapel umgestürzter Verpackungskartons liege.

Aus der Gefahrenzone

Schnellstmöglich werden unter erschwerten Verhältnissen die Verletzten aus der Gefahrenzone gebracht und im Außenbereich versorgt, wo eine Weiterbehandlung durch Rettungsdienstmitarbeiter erfolgt. Unterdessen haben die anderen Angriffstrupps bereits mit den Löscharbeiten begonnen, um ein Übergreifen der Flammen auf weitere Teile des Gebäudes zu verhindern. Ungefähr eineinhalb Stunden nach Alarmierung ist der Brand schließlich unter Kontrolle und alle Verletzten medizinisch versorgt. Aufatmen!

Zum Glück war dies nur eine Übung der Mast-Jägermeister Aktiengesellschaft in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren Kamenz-Stadt, Bernbruch, Wiesa, Deutschbaselitz und Zschornau-Schiedel sowie dem Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Westlausitz. Bereits vergangene Übungen dieser Art haben gezeigt, dass es immer wieder notwendig ist, den Ernstfall zu proben, um die Kenntnisse und Fähigkeiten der Rettungskräfte zu festigen um bestmöglich reagieren zu können. Das Unternehmen hatte dabei die Möglichkeit zu überprüfen, ob die internen Notfallpläne und Meldeschemen durch die Belegschaft umgesetzt werden konnten. „Bleibt nur zu hoffen, dass ein solcher Fall nie eintritt und sich diese Zusammenarbeit nur auf Übungen beschränkt“, hieß es bei allen Beteiligten gleichermaßen. Im Anschluss der Übung besichtigten alle Wehren noch die Jägermeister-Räumlichkeiten und wurden zum Abendessen eingeladen.