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Jahnaer verlegen kurzfristig den Feierplatz

Das Osterfeuer gehört zu den traditionellen Veranstaltungen des Heimatvereins. Doch diesmal gab es ein Problem.

Von Sylvia Mende

In der ehemaligen Garage der Feuerwehr spielten die Jahnataler Blasmusikanten, auf dem Platz vor dem Vereinshaus hatten sich viele Leute versammelt und es brannte ein Feuer in einer riesigen Schale. Alles lud zum Verweilen ein. Wer nicht wusste, dass es wenige Stunden vorher viel Aufregung gab, hätte gedacht, dass alles so sein muss.

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Doch für die Vereinsmitglieder und freiwilligen Helfer war es ein aufregender Nachmittag, der durchaus weitere Folgen haben kann. Auf dem neuen Festplatz an der Salbitzer Straße türmte sich das Holz für das Osterfeuer. Das konnten die Dorfbewohner unter Aufsicht von Vereinsmitgliedern dort ablegen. Auf dem Platz standen schon das Festzelt, der Bierwagen und das Fass für die Ausgabe von Speisen. Auch die Biertischgarnituren waren schon aufgestellt, sodass am Abend hätte gefeiert werden können. Doch gegen Mittag bekam der Vereinsvorsitzende Karl-Heinz Klemm einen Anruf von der Gemeinde. Da sich gleich neben dem Platz, der sich in der Trinkwasserschutzzone zwei befindet, ein Trinkwasserbrunnen steht, dürfe das Feuer nicht entzündet werden. Das war die Auflage der Oewa, die sich im Auftrag des Wasserverbandes, um das Trinkwasser kümmert. „Wir haben einen Analyseplan. Entsprechend diesem entnehmen wir regelmäßig Proben. Dabei haben wir festgestellt, dass ganz in der Nähe des Brunnens ein Feuer entfacht werden soll“, so Gunter Kienast, Gruppenleiter Trinkwasser der Oewa im Bereich Ostrau. Gleich drei Verstöße habe es entsprechend der Verordnung, die für Trinkwasserschutzzonen gelten, gegeben. So konnte nicht gewährleistet werden, dass alle die Toiletten im Vereinshaus benutzen und der Bierwagen hatte keine entsprechende Ableitung für das Abwasser. „Es geht nicht darum, den Leuten die Feier zu vermiesen. Wir wollen nur die Qualität des Trinkwassers schützen“, so Kienast. Cornelia Wels, Bereichsleiterin Trinkwasser der Oewa, geht noch weiter. „Es dürfen generell keine Feste in der Nähe von Trinkwasserbrunnen veranstaltet werden“, sagte sie. Außerdem sei die Grasnarbe ein biologischer Schutz für das Trinkwasser. Wenn diese beschädigt werde, öffne sich ein geologisches Fenster, durch das Stoffe ins Erdreich eindringen, die das Trinkwasser verunreinigen könnten. Es werde eine Zusammenkunft mit der Gemeinde und der Unteren Wasserbehörde geben, um abzuklären, ob der Platz an der Salbitzer Straße überhaupt als Festplatz genutzt werden kann. Allerdings hat die Gemeinde bereits einen Auftrag an eine Firma vergeben, die einen Bolzplatz an dieser Stelle bauen soll (DA berichtete).

Nachdem die Jahnaer ihren ersten Schreck überwunden hatten, packten alle an, um das Osterfeuer doch noch zu einem tollen Fest zu machen. Und das ist ihnen in jedem Fall gelungen.