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Jakobs Enkel schließen ihr Cafè

Anfang des Jahres gab es Streit um die Görlitzer Jakobpassage. Nun ist wieder ein Teil davon Geschichte.

Dagmara Pierzchalska (h. l.) und Kamila Kusy (h. M.) haben das Café bei Jakobs Enkel betrieben, Franziska Seitz (h., 2.v.r.) verkauft auch weiterhin Kinderwaren. Clemens Kießling (h.r.) ist Geschäftsführer der Jakobpassage.
Dagmara Pierzchalska (h. l.) und Kamila Kusy (h. M.) haben das Café bei Jakobs Enkel betrieben, Franziska Seitz (h., 2.v.r.) verkauft auch weiterhin Kinderwaren. Clemens Kießling (h.r.) ist Geschäftsführer der Jakobpassage. © Nikolai Schmidt

Das Familiencafé auf der Jakobstraße ist zu. Auf Facebook schreiben die Betreiber: "Lange haben wir gewartet, um die Entscheidung zu treffen. Jetzt ist es soweit." Sie können die Herausforderungen der vergangenen Monate durch Corona nicht länger stemmen, heißt es weiter auf der Facebookseite des Familienzentrums Jakobs Enkel:  "Wir sind sehr traurig, denn die Betreiberinnen haben nicht nur sehr viel Liebe in diesen Ort gebracht, sondern echte deutsch-polnische Multikulturalität für alle Gäste gelebt." Nun werden Nachfolger gesucht, "deren Traum ein familienfreundlicher Cafébetrieb ist."

Zu dem Familienzentrum gehörten das Café mit Spieleparadies für Kinder, Arbeitsräume für die Eltern, ein Kursangebot und ein Kinderfachgeschäft. Letzteres bleibe geöffnet. Das Geschäft führt Franziska Seitz, die damit voriges Jahr von Ostritz nach Görlitz in die Räume an der Jakobstraße umgezogen war. Jakobs Enkel gibt es seit Juni 2019.  

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Die Jakobpassage hat frischen Wind auf die Jakobstraße gebracht - und viel Aufmerksamkeit. Anfang des Jahres gab es dennoch Streit. Still sei ein Kartenhaus in sich zusammengefallen.
Die Jakobpassage hat frischen Wind auf die Jakobstraße gebracht - und viel Aufmerksamkeit. Anfang des Jahres gab es dennoch Streit. Still sei ein Kartenhaus in sich zusammengefallen. © Nikolai Schmidt

Geplant war auch immer, dass eine Kita mit einziehen sollte. "Wir waren in Verhandlung mit einem Träger", hatte Clemens Kießling, einer der Gründer der Jakobpassage GbR, Anfang des Jahres der SZ erzählt.  "Das hat sich leider zerschlagen." Wie der Stand aktuell ist, ist nicht bekannt. 

Mit der Jakobpassage hatte alles angefangen. Die hatten 2016 Clemens Kießling, Sebastian König und Robert Melcher gegründet. König entwickelte Fahrräder, Melcher individuelle Möbel und Kießling zog mit seinem Online-Shop für fair gehandelte Bekleidung Carlo:eco ein. 

Außerdem vermieteten die drei Büroflächen an andere Kreative. In den darauffolgenden Jahren kamen das Restaurant Jakobs Söhne und 2019 das Familienzentrum Jakobs Enkel dazu. Das Restaurant gaben die drei Gründer aber recht bald nach Eröffnung ab. Sie hätten die Erfahrung gemacht, es selbst nicht sinnvoll betreiben zu können, hatte Kießling der SZ gesagt. Das "Jakobs" führt heute Enrico Merker, der auch das Café Neiß in der Altstadt betreibt. In den Räumen, wo es früher Kleidung und Fahrräder gab, ist heute die Mayerei zu finden.

Um die Jakobpassage GbR gab es Anfang dieses Jahres öffentlich Streit. Der Vorwurf von anderen Akteuren der Jakobstraße an die drei Gründer: Ihr Konzept sei auf Sand gebaut gewesen. Und wären andere nicht eingesprungen, würden die Räume heute leer stehen. Die Gründer dagegen hatten ihr Konzept gegenüber der SZ verteidigt. Es sei mehrfach geprüft. Veränderungen - dass die Jakobpassage zunehmend zu Jakobs Enkeln wurde -  habe es deshalb gegeben, weil sich auch die Lebensumstände der drei Gründer verändert hatten. 

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