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Jan Vogler bleibt Chef der Dresdner Musikfestspiele

Der Cellist verlängert als Chef bis 2026 und ist Sachsens erfolgreichster Dauer-Intendant.

Von Bernd Klempnow
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Ein Intendant, der auch als Künstler aktiv ist: Jan Vogler spielt ein Stradivari-Cello von 1707
Ein Intendant, der auch als Künstler aktiv ist: Jan Vogler spielt ein Stradivari-Cello von 1707 © Jim Rakete

Mal eine positive Personalie aus Dresden. Nach einer Reihe von umstrittenen beziehungsweise vieldiskutierten Neubesetzungen von Ämtern in hiesigen Kultureinrichtungen gab es nun eine gute und zukunftsweisende: Die Stadt und Jan Vogler haben am Wochenende dessen Vertrag als Intendant der Dresdner Musikfestspiele um weitere fünf Jahre bis 2026 verlängert. Der auch international konzertierende Cellist hatte die 1978 gegründeten Festspiele 2009 übernommen und sie seitdem kontinuierlich ausgebaut und neu profiliert.

„Ich freue mich, dass wir die erfolgreiche Arbeit mit Jan Vogler fortsetzen“, sagte Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Die Festspiele hätten eine fantastische Entwicklung gemacht. „Vor allem ist es ein Gewinn, dass es den Festspielen immer stärker gelingt, breite Gruppen der Bevölkerung zu erreichen.“ Es sei kein Festival für Kultur-Eliten, sondern eines, in dessen Programm sich viele Menschen wiederfänden.

Vogler dankte auf seine Weise: „Die Klassikrezeption in Europa ist im Umschwung, Tradition und Innovation stehen im intensiven Dialog. Ich freue mich darauf, mit meinem Team weiter an der Vision zu arbeiten, hier das lebendigste Musikfestival in Europa zu bauen.“

Fakt ist: Unter der Intendanz von Vogler haben sich die Musikfestspiele zu einem der modernsten und erfolgreichsten Klassikfeste gewandelt – wobei er als Intendant wie als Solokünstler immer wieder neue Maßstäbe setzt. Seine weltweiten Kontakte nutzt er, um besondere und extrem gefragte Künstler wie die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter, Meisterpianist Murray Perahia und Blueslegende Eric Clapton sowie die besten Orchester der Welt immer wieder präsentieren zu können. So reicht das Spektrum der Genres beim diesjährigen Festival von Topleuten wie den New Yorker Philharmonikern über den Ausnahme-Countertenor Philippe Jaroussky bis zur Rocklegende Sting und den Weltmusiker Pape Diouf.

Entsprechend begeistert sind Publikum wie Unterstützer. Die Einnahmen aus Kartenverkäufen und Sponsoring haben sich unter Vogler Leitung verfünffacht. Mit dem Festspielorchester konnte er seit 2012 zudem einen Originalklangkörper etablieren, der die Botschaften des Festivals mittlerweile auch in die Welt trägt. Die 43. Jahrgang finden vom 12. Mai bis 12. Juni statt.

Jan Vogler, Jahrgang 1964, stammt aus Ost-Berlin. Er begann seine Karriere als Erster Konzertmeister Violoncello in der Staatskapelle Dresden 1984 im Alter von 20 Jahren. Diese Position gab er 1997 auf, um sich auf seine Solistentätigkeit konzentrieren. So zählt etwa der Auftritt mit den New Yorker Philharmonikern unter Lorin Maazel im Rahmen der Wiedereröffnung der Dresdner Frauenkirche 2005 zu den Höhepunkten seiner Karriere. Im Jahr 2017 feierte seine literarisch-musikalische Show „New Worlds“ mit Hollywood-Star Bill Murray die Premiere bei den Musikfestspielen, bevor sie auf umjubelte Tour über drei Kontinente ging. Jan Vogler, der auch kammermusikalische Spitzenprojekte wie das Moritzburg Festival leitet, lebt mit seiner Familie in New York und Dresden.