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Großenhain

Jane Taubert entführt in die Goldenen Zwanziger 

Die Sackaerin war künstlerische Leiterin des diesjährigen Bühnenballs der Landesbühnen. Auch die Kaffeerösterei Müller aus Wildenhain beteiligte sich.

Intendant Manuel Schöbel (r.) bedankt sich öffentlich bei seiner künstlerischen Leiterin des Landesbühnenballs, Jane Taubert, aus Sacka.
Intendant Manuel Schöbel (r.) bedankt sich öffentlich bei seiner künstlerischen Leiterin des Landesbühnenballs, Jane Taubert, aus Sacka. © SZ

Frau Taubert, wann wussten Sie, dass Sie den diesjährigen Bühnenball in Radebeul verantworten sollen? 

Voriges Jahr im Frühjahr wurde entschieden, dass es die Goldenen Zwanziger als Thema sein sollen, und dann wurde ich gefragt, ob ich es machen möchte. Als ich mich entschieden hatte, habe ich schon unseren Sommerurlaub in Amerika dazu genutzt, zu recherchieren. Ich habe wirklich viel Zeit investiert, um mir Ideen zu holen, habe Bücher gelesen, um in diese Epoche einzutauchen. Das war eine intensive Vorbereitung und Selbstbildung. 

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Es hieß dann, Sie haben strenge Vorgaben gemacht: Das gesamte Ensemble und auch die Partner mussten sich wirklich auf diese Zeit konzentrieren. 

Ja, und dazu ist mir zuerst die bildende Kunst eingefallen. Wir haben ja ein sehr kunstsinniges Publikum an den Landesbühnen. Das blaue Pferd aus dem gleichnamigen Bild von Franz Marc ist deshalb nachgebaut unsere zentrale Optik im Glashaus-Foyer geworden. Es wurde auch oft fotografiert. 

Die blaue Farbe kam auch in der Deckengestaltung des Bühnenraumes wieder. Wir haben zudem ein Bild von Otto Dix nachgestaltet. Auch Musik und Tanz wurden letztlich voll auf die 1920er Jahre abgestimmt. Es gab eine große Lust des Ensembles mitzumachen, und sehr viele kreative Ideen. 

Credo der 20er Jahre war ja weitgehend: Wer weiß, was morgen kommt: Heute tanzen und feiern wir. Wie haben Sie das ins Konzept bekommen?   

Ich habe mir Themenbereiche ausgedacht und überlegt, wer das umsetzen könnte. Viele Ideen sind von den Sängern, Tänzern und Schauspielern gekommen. So haben wir die blaue Galerie und das Kabarett Größenwahn, die Flüsterkneipe Blind Pig als Ort, wo die Prohibition ausgehebelt wird, das Café Kinopolis und natürlich den großen Ballsaal erfunden. 

Das wichtigste Anliegen war, das Publikum zum Mitmachen anzuregen. Das Tanzen wie in den 20ern stand im Vordergrund, dafür gab es als Vorbereitung auf Charleston und Co auch Tanztutorials auf unserer Website. Das war an dem Abend auch schön zu sehen, wie alle in ihren tollen Kostümen mitmachen. Sogar einen Flashmob gab es.  

Das Team der Kaffeerösterei Müller von Constanze Müller (l.) aus Wildenhain war zum ersten Mal beim Landesbühnenball dabei. 
Das Team der Kaffeerösterei Müller von Constanze Müller (l.) aus Wildenhain war zum ersten Mal beim Landesbühnenball dabei.  © Kathrin Krüger-Mlaouhia

Als Gastronomiepartner war erstmalig auch die Kaffeerösterei Müller aus Wildenhain beim Landesbühnenball. Großenhains Ex-OB Burkhard Müller lief, im Stil der Zeit gekleidet, mit einem Bauchladen durch die Räume. 

Wir hatten von der Kaffeerösterei gehört und fanden es schön, in der alten Kantine für die Besucher eine Art Caféhaus einzurichten. Das hat auch gut funktioniert, hier war ein Ruhepunkt im turbulenten Balltreiben. Es gab leckere Kaffeesorten und Naschereien von Konditorei und Café Schiller in Radebeul. 

Es war ja sehr viel Aufwand, auch für die kleinen Details wie das Extrablatt "Radebeuler Bote" oder die Ballwährung, die sehr originell gestaltet war. Hat sich die Mühe gelohnt?

Ja natürlich! Wir begrüßten 450 Gäste, waren nahezu ausverkauft, und hatten damit mehr Publikum als die Jahre davor, auch wenn die Eintrittspreise etwas angezogen haben. Ich persönlich habe viele positive Reaktionen von Besuchern gehört, die sich gefreut haben und denen es gefallen hat. 

Bis zwei Uhr in der Nacht wurde getanzt. Wenn wir dann auch noch das Budget eingehalten haben,  ist es prima. Es war für mich eine zusätzliche, aber schöne Aufgabe, die viel Zeit in Anspruch genommen hat. Nun bin ich erleichtert, dass es so gut gelaufen ist. 

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Dieses originelle Ball-Zahlungsmittel hat man sich an den Landesbühnen auch ausgedacht - mit dem Bild des Charly-Chaplin-Darstellers. 
Dieses originelle Ball-Zahlungsmittel hat man sich an den Landesbühnen auch ausgedacht - mit dem Bild des Charly-Chaplin-Darstellers.  © Repro SZ