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Jauernick schmückt sich für Europas Dorfwettbewerb

Ein Panoramabild ist die neueste Errungenschaft. Das fließt auch in die Bewerbung ein. Die entsteht gerade im Ort.

Von Anja Hecking

Den Jauernick-Buschbachern fehlt es weder an Ideen noch Weitblick, um für ihr schönes Bergdörflein zu werben. Seit Kurzem finden Besucher an der Kirschallee ein handgemaltes Panoramabild. Es steht im oberen Teil der Allee auf der linken Seite, wo eine Bank zum Verweilen einlädt. Von hier aus hat man einen besonders schönen Blick über den Berzdorfer See hinweg – bei guter Sicht bis zu den Bergen jenseits der Neiße.

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Das Panoramabild an der Kirschallee gibt den Blick über den See ins Gebirge wieder und Auskunft über die Berge. Daniela Tzschoppe hat das alles gemalt.Fotos: SZ/Hecking/privat
Das Panoramabild an der Kirschallee gibt den Blick über den See ins Gebirge wieder und Auskunft über die Berge. Daniela Tzschoppe hat das alles gemalt.Fotos: SZ/Hecking/privat

Mithilfe des Panoramabildes kann man jetzt einzelne Gipfel in Iser- und Riesengebirge namentlich zuordnen, ohne einen Ortskundigen fragen zu müssen. Nicht, dass die Dorfbewohner ungern Auskunft geben. Aber genau aus dieser Situation heraus entstand der Einfall für ein beschriftetes Panoramabild, erzählt Joachim Lehmann, der Ortschronist.

Dieser Gedanke geisterte schon eine ganze Weile im Kopf von Gottfried Burkhard herum. Der Jauernick-Buschbacher fotografierte die Berge dann kurzerhand und gab diese Vorlage einer jungen Frau im Ort, von der er wusste, dass sie in ihrer Freizeit gern malt. Und Daniela Tzschoppe machte sich an ihr Werk. Die 21-jährige Mediengestalterin brachte die „Schöne Aussicht“, die man von der Kirschallee ihres Heimatdorfes aus zu den Bergen hat, genauso zum Ausdruck, wie sich das Gottfried Burkhardt vorgestellt hatte. So konnte er das Panoramabild dann auch an seinem vorgesehenen Standort anbringen. Der Jauernicker Himmelfahrtsvereins kam für die nötigen Materialkosten auf.

Diese private Aktion ist ein weiteres Puzzleteil in den Bemühungen des Dorfes, das aus eigener Kraft und mit einfachen Mitteln etwas bewegen will, was den Bewohnern und Gästen gefällt. Das Panoramabild wird in den Bewerbungspapieren für den europäischen Dorfwettstreit, an dem Jauernick-Buschbach jetzt teilnimmt, eine Rolle spielen. Genauso wie die vielen anderen Initiativen auch.

Morgen trifft sich die Arbeitsgruppe wieder. Bis Anfang Dezember müssen die Unterlagen für die Bewerbung fertig sein. Angestoßen hat das alles der Freistaat, der das Bergdörflein in der Gemeinde Markersdorf als würdig befand, um auf der europäischen Dorfwettstreitebene mitzumischen. Wahrscheinlich hatte die sächsische Jury noch die jüngsten Bemühungen des Ortes vor Augen, denn erst 2012 war es Jauernick-Buschbach gelungen, sich den dritten Platz zu holen. Zehn weitere Mitbewerber ließ der Markersdorfer Ortsteil damals auf Landesebene hinter sich. Kosten verursacht die Europa-Bewerbung der Gemeinde nicht. Das Land fördert die Bewerbung. Für die Akteure vor Ort bedeutet das erneut viel Arbeit. Fotos und Daten müssen zurzeit zusammengetragen werden. Dabei ist Ortschronist Joachim Lehmann in seinem Element. Er ist in der Vorbereitungsgruppe mit dabei. Ein nächster Schritt sind Plakate, auf denen das Dorf präsentiert und ein Überblick gegeben werden soll. Auch eine Dokumentationsmappe muss zusammengestellt werden.

Im Mai 2014 wollen die Mitstreiter einen Workshop vor Ort organisieren. Der soll so etwas wie eine Bestandsaufnahme für den Ort liefern. So viel steht unter anderem schon fest: Jauernick-Buschbach mausert sich zunehmend zu einem Künstlerdörflein. Da ist es auch gut, dass junge Menschen wie Daniela Tzschoppe oder ihre 16-jährige Schwester Doreen dazugehören. Letztendlich bringt gerade dieses Miteinander im Ort immer wieder neue Ideen und damit auch ein Stück Bekanntheit nach außen hervor.