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Großenhain

Jede Kerze ist ein Unikat

Die Schülerfirma der Johanne- Nathusius-Schule in Skäßchen hat Jubiläumskerzen hergestellt. Auftraggeber ist der Riesaer Stadtbahnverein.

Sarah und Benny packten am Donnerstag die letzten Jubiläumskerzen für den Verkauf beim „Tag der Sachsen“ ein. Katharina Haase, Lehrerin und Chefin der Schülerfirma „Jonas“ freut sich mit ihnen über das Resultat.
Sarah und Benny packten am Donnerstag die letzten Jubiläumskerzen für den Verkauf beim „Tag der Sachsen“ ein. Katharina Haase, Lehrerin und Chefin der Schülerfirma „Jonas“ freut sich mit ihnen über das Resultat. ©  Kristin Richter

Skäßchen. Vorsichtig stellt Sarah die Kerze auf den Tisch, während Benny die Folie schneidet. Gemeinsam formt das Duo alles zu einem Präsent, das mit Schleife verschnürt wird.

90 Mal haben die Mitglieder der Schülerfirma „Jonas“ der Johanne-Nathusius-Schule in Skäßchen dieses Prozedere in den letzten Tagen vollzogen. Am Donnerstag gingen die ersten 15 Kerzen in die Riesaer Stadtinformation, der Rest folgt rechtzeitig vor dem „Tag der Sachsen“ an diesem Wochenende. „Riesa 201900“ steht auf dem Aufkleber, der die Kerzen ziert. „Jede für sich ist ein Unikat“, sagt Katharina Haase, Lehrerin und Chefin der Schülerfirma. Denn durch das aufwendige Herstellungsverfahren hat quasi jede Kerze einen anderen Farbton.

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Der Grundstoff stammt aus einer Sammelaktion des Riesaer Stadtbahnvereins. Der ruft seit 2010 immer zu Jahresbeginn auf, Wachsreste zur Wiederverwendung abzugeben. Satte 1,2 Tonnen kamen in diesem Jahr zusammen. Mit der Diakonie Riesa-Großenhain fand man schnell einen Partner, der wusste, was sich aus Wachsresten alles herstellen lässt. Und so werden seitdem einerseits schmucke Kerzen aus dem gesammelten Material gemacht, andererseits praktische Grill- und Kaminanzünder. Die Diakonie lässt das Material je nach Qualität sortieren, anschließend geht ein Teil nach Skäßchen. 

Gemeinsam entstand die Idee, zum „Tag der Sachsen“ und dem 900-jährigen Riesaer Stadtjubiläum etwas Besonderes herzustellen. „Das hat rund ein halbes Jahr in Anspruch genommen“, sagt Schulsozialarbeiterin Sophie Nerger. „Und es war eine Herausforderung für die Schüler und die Betreuer.“ Vor allem das Aufbringen des Logos bereitete ein paar Kopfschmerzen, ehe es die Lösung mittels Aufkleber gab. Anfangs, so Katharina Haase, seien nur weiße Kerzen „gestopft“ worden, ehe später die farbigen hinzukamen. Und die Schüler der Werkstufe seien mit Feuereifer bei der Sache gewesen. Das Projekt gibt es schon seit einigen Jahren, die Kerzenzieherei kam vor etwa drei Jahren aus ihrer vormaligen Niederlassung in Großenhain hinzu.

Verkauft werden die 90 Jubiläumskerzen nun am Wochenende beim Sachsentag in der Riesa-Information. Zum Preis von – natürlich – neun Euro.

Nicht nur damit will die Diakonie Riesa-Großenhain als Träger der Schule zum „Tag der Sachsen“ punkten. Sie wird sich beispielsweise auf der Kirchenmeile nahe der Trinitatiskirche unter anderem mit drei Themenpavillons präsentieren. Die Migrationsberatung gestaltet in Kooperation mit dem Landratsamt Meißen einen Pavillon sowie eine Kreativecke zum Thema „Upcycling“ und Spielen aus aller Welt. Am Samstag zwischen 13 und 17 Uhr geht es heiß her mit Tango & Bauchtanz vor dem Pavillon. 

Die Kindergärten erwarten die Gäste in einem Pavillon mit Spiel und Spaß, einer Hüpfburg auf der Spielwiese und einem Barfuß-Pfad des Kneipp-Kindergartens. Zudem gibt es Spiele für Jung und Alt (z. B. die berühmte Bierrutsche) oder auch die Möglichkeit zum Blutdruckmessen. Beim Festumzug am Sonntag sind unter anderem Mitarbeiter und Bewohner des Seniorenhauses „Albert Schweitzer“ mit einem Oldtimerbus dabei sowie Schüler und Lehrer der Johanne-Nathusius-Schule mit buntem Schwungtuch.

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