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Jeden Dienstag gibt’s frische Strittmatter-Brötchen

Es riecht nach frischen Brötchen. Bäckermeisterin Claudia Hedel kommt mit einem großen Korb „Strittmatter-Brötchen“ in den Bohsdorfer „Laden“. Hier warten bereits Berliner Touristen auf das Regionalprodukt.

Es riecht nach frischen Brötchen. Bäckermeisterin Claudia Hedel kommt mit einem großen Korb „Strittmatter-Brötchen“ in den Bohsdorfer „Laden“. Hier warten bereits Berliner Touristen auf das Regionalprodukt. „Der Reiseleiter hat die Brötchen schon vor einigen Tagen bei mir telefonisch bestellt“, erzählt die kleine Bäckersfrau. Mit ihrem Bruder Timo führt die 44-Jährige die kleine Landbäckerei Labsch in Klein Kölzig bei Döbern bereits in der dritten Generation. „Unsere Strittmatter-Brötchen gehen weg wie warme Semmeln“, schildert Claudia Hedel.

Jeden Dienstag werden sie in Spremberg, Bohsdorf und in der Bäckerei in Klein Kölzig verkauft. Es gibt aber auch viele Bestellungen aus Cottbus, Forst und Dresden sowie von deutschen und internationalen Reisegruppen. Das Geheimnis für den regionalen Verkaufsschlager ist schnell gelüftet. „Schon die Erinnerung an den Lausitzer Schriftsteller Erwin Strittmatter macht neugierig“, sagt der Berliner Sebastian Zeppel. Für ihn schmeckt das runde und mit dem obligatorischen Schlitz versehene Brötchen irgendwie nach Strittmatter. Auch der große Erzähler, der in Bohsdorf bei Spremberg seine Kindheit verbrachte, liebte die wichtigsten Zutaten für das Strittmatter-Brötchen: Lausitzer Leinöl und Quark. „Beides garantiert eine weiche Krume und eine lange Frische“, berichtet Bäckermeister Timo Labsch. Und Leinöl mache das außerdem aus Weizen- und Roggenmehl, Hefe, Wasser und Salz bestehende Backprodukt besonders geschmeidig. „Eigentlich wollten wir die Strittmatter-Brötchen im alten Backofen im Bohsdorfer ‚Laden‘ backen“, sagt der 40-jährige Bäckermeister. Aber das Relikt aus der Vergangenheit lässt sich in der Gedenkstätte nicht mehr für eine moderne Backstube herrichten. Noch bis 1949 wurden hier Brötchen, Brote und auch die legendären Osterzöpfe für die Lausitzer Patenkinder gebacken. Geblieben ist das berühmte Guckloch in der Tür von der Backstube in den alten Krämerladen, um nach Kunden zu sehen.

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