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Bautzen

So läuft der zweite Bautzener Bürgerdialog

Mitorganisatorin Cathleen Bochmann erklärt, warum die Veranstaltung am 13. Mai ganz anders ablaufen soll als der Auftakt in der Maria-Martha-Kirche. 

Dr. Cathleen Bochmann gehört zu den Organisatoren des zweiten Bürgerdialogs in Bautzen.
Dr. Cathleen Bochmann gehört zu den Organisatoren des zweiten Bürgerdialogs in Bautzen. © Steffen Unger

Bautzen. Die Debatte geht weiter: Im Museum in Bautzen findet am Montag ab 19 Uhr der zweite Bürgerdialog statt. Interessierte können sich im Bürgerservice noch einen Platz reservieren. Was die Besucher erwartet, erklärt die Politikwissenschaftlerin Cathleen Bochmann.

Frau Bochmann, der zweite Bürgerdialog am Montag unterscheidet sich stark von der Veranstaltung in der Maria-und-Martha-Kirche. Warum ist das so?

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Bei der Veranstaltung in der Maria-und-Martha Kirche gab es viele Probleme. Das Gespräch dort hat polarisiert, es war konfrontativ. Die Bedürfnisse der Bürger wurden nicht beachtet, deshalb haben einige Besucher gegrölt, reingerufen und den Ablauf gestört. Beim Bürgerdialog am kommenden Montag soll das anders werden. Die Menschen sollen unkompliziert, aber gleichzeitig zivilisiert miteinander reden.

Sie sagen, die Bedürfnisse der Bürger wurden damals nicht beachtet. Aber ein jeder durfte sich doch in der Kirche zu Wort melden, oder?

In der Kirche waren etwa 900 Besucher. Die Veranstaltung ging zwei Stunden. Dass sich jeder Besucher zu Wort meldet, war also schon rein praktisch gar nicht möglich. Es gab Bürger, die standen zwischen den Kirchenbänken, haben gewartet, dass sie an der Reihe sind und kamen nicht mehr dran. Bei unserem Bürgerdialog soll jeder, der dabei ist, auch etwas sagen können.

Für Diskussionen sorgt jetzt aber, dass nur 100 Personen überhaupt dabei sein können. Das ist doch viel zu wenig.

Wir werden an zehn Tischen mit jeweils zehn Personen diskutieren. Dafür brauchen wir Platz. Es war schwer, in Bautzen einen geeigneten Raum dafür zu finden. Außerdem wird jeder Tisch moderiert. Den Bürgerdialog werden 25 Leute durchführen. Für eine noch größere Veranstaltung hätte es uns an Personal gefehlt. Man muss auch bedenken: Es handelt sich um einen Prozess. Auf die Veranstaltung sollen weitere folgen. Diese können und werden dann wahrscheinlich wieder größer sein.

Aber von den 100 wurden 50 auch noch gezielt von der Stadt eingeladen. Warum beeinflusst man so das Publikum?

Um ein Gleichgewicht herzustellen. Was passiert, wenn eine Seite stärker vertreten ist, haben wir in der Kirche erlebt. Die Meinungsäußerungen waren unausgewogen. Der Dialog entwickelte sich zu einem Tribunal. Die Stadt hat nun ein breites Spektrum eingeladen. Angesprochen wurden engagierte Menschen. Für diese ist es auch eine Anerkennung. Schließlich sind diese Personen zentrale Stützen der Gesellschaft.

Das Thema der Veranstaltung ist die Identität. Warum Identität?

Weil in der Maria-und-Martha-Kirche die zentrale Frage aufkam, wer in der Stadt mitreden darf. Wer gehört zu uns? Wie prägt uns unsere Vergangenheit? Darüber wollen wir sprechen. In gemütlicher Atmosphäre. Die Teilnehmer schreiben ihre Gedanken auf. Am Ende sollen die Diskussionsergebnisse kurz vorgestellt werden.

Gespräch: Marleen Hollenbach

Zur Person

Cathleen Bochmann studierte Politikwissenschaft, Kommunikationswissenschaft und Philosophie in Dresden.

Seit 2009 lehrt und forscht sie an der Professur für politische Systeme und Systemvergleich der TU Dresden.

Unter den Eindrücken wütender Bürgerproteste zu Zeiten der Flüchtlingskrise entwickelte sie das Projekt „Krisen-Dialog-Zukunft“. 

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