merken
PLUS Dippoldiswalde

Jeder dritte Baum braucht Pflege

Die Gemeinde Klingenberg hat eine Baumschau in Auftrag gegeben. Das Ergebnis bringt jetzt eine ganze Menge Arbeit und mehr Sicherheit.

Idyllisch stehen diese Bäume an der Straße in Klingenberg. Aber sie können auch eine Gefahr werden. Dem beugt die Gemeinde jetzt mit einem digitalen Kataster vor.
Idyllisch stehen diese Bäume an der Straße in Klingenberg. Aber sie können auch eine Gefahr werden. Dem beugt die Gemeinde jetzt mit einem digitalen Kataster vor. © Karl-Ludwig Oberthür

Die Gemeinde Klingenberg besitzt grob geschätzt rund 10.000 Bäume. Ein Großteil davon steht im Wald. 1.500 Bäume wachsen aber in den Orten, stehen entlang von Straßen, an Spielplätzen, den Kindereinrichtungen oder Schulen. Wenn da also ein Ast abbricht, wird es für Menschen gefährlich. „Für diese Bäume sind wir in der Verkehrssicherungspflicht“, sagt Klingenbergs Bürgermeister Torsten Schreckenbach (BfK). Die Gemeinde muss sie alle im Blick behalten und kontrollieren, damit von ihnen keine Gefahr ausgeht.

Aufwendig, umständlich und nicht mehr zeitgemäß

Früher war das ein wenig dem Zufall überlassen. Mitarbeiter der Gemeinde haben die Bäume kontrolliert, waren aber auch auf Informationen von Bürgern angewiesen, wenn denen ein abgestorbener Ast oder eine andere morsche Stelle aufgefallen ist. Das wurde dann in Formblätter eingetragen. Damit hat das Bauamt der Gemeinde dann die Baumpflegearbeiten geplant. „Aufwendig, umständlich und nicht mehr zeitgemäß“, nannte das Carlo Schütze in einer Vorlage an den Gemeinderat im März. Deshalb hat Klingenberg damals für rund 12.000 Euro eine Baumschau beauftragt und begonnen, ein digitales Baumkataster zu führen.

Anzeige
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage
Eine Pflegeimmobilie als Kapitalanlage

In Hainichen kann ab sofort sicher, sorglos und sozial wertvoll Geld angelegt werden.

49 Bäume werden in nächster Zeit gefällt

Eine Fachfirma hat inzwischen 1.562 Bäume entlang der Straßen kontrolliert und ist zu einem drastischen Ergebnis bekommen. An rund einem Drittel der Bäume muss in diesem Jahr etwas geschehen. 49 Bäume sind in einem Zustand, dass sie gefällt werden müssen. 163 Bäume haben abgestorbene Äste, sodass eine Firma mit der Totholzbeseitigung beauftragt werden muss. 30 Bäume haben Äste, die in die Straße hineinragen. Sie müssen zurückgeschnitten werden. Und an 245 Bäumen wachsen wilde Triebe aus den Stämmen und Wurzelstöcken. Auch die müssen abgeschnitten werden. Dabei ist das noch nicht alles. In den nächsten Monaten werden noch die Bäume an Nebenstraßen und Gewässern kontrolliert.

Bei dieser ersten Baumschau hat nun jeder Baum eine Nummer bekommen. Die Gemeinde hat sie alle  in einer Datenbank registriert sowie mit ihren Standorten in ihrem Geoinformationssystem erfasst. Baumart, Durchmesser von Stamm und Krone, Höhe, Alter und Gesundheitszustand sind Daten, die jetzt genau dokumentiert sind. Künftig ist es dann dem Bauamt mit einer Abfrage im Baumkataster möglich, eine Übersicht zu gewinnen, wann welche Bäume zum letzten Mal kontrolliert wurden und wann wieder Arbeiten erforderlich sind. Für die Bürger hat es den Vorteil, dass die Gefahr seltener wird, dass ein Ast unkontrolliert herunterfällt, sie womöglich trifft oder auf der Straße liegt, wenn sie vorüberfahren. 

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier. 

Mehr zum Thema Dippoldiswalde