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Jeder fünfte Bahnkilometer in Sachsen stillgelegt

Seit 1994 verschwanden fast 22 Prozent des Streckennetzes im Freistaat. Vor allem drei Regionen sind betroffen.

© Symbolbild/Jan Woitas/dpa

Von Michael Rothe

Dresden. Der Niedergang der Schienenwege in Sachsen geht weiter. Seit 1994 wurden im Freistaat 577 Kilometer Gleis stillgelegt, fast 22 Prozent des damaligen Streckennetzes. Nur knapp 63 Kilometer kamen seitdem neu hinzu – meist in den Metropolen Dresden, Leipzig und deren Speckgürteln. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag hervor.

Demnach sind in Sachsen nur noch 2.131 Kilometer Schienenstrecke der Deutschen Bahn und ihren Tochterunternehmen vorhanden. Insbesondere die Lausitz sowie die Landkreise Zwickau und Erzgebirge sind von Stilllegungen betroffen. 28 der aufgelisteten 62 Abschnitte befinden sich in Ostsachsen.

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Ihre Anfrage zeige, „dass in Deutschland seit der Wende eine völlig falsche Verkehrspolitik betrieben wird“, schlussfolgert Caren Lay, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken. Die Stilllegung von mehr als jedem fünften Kilometer sei „ein deutliches Zeichen, dass Privatisierungsdruck und Profitlogik“ zum Verfall der öffentlichen Infrastruktur führen. Dadurch seien ganze Regionen verkehrstechnisch abgehangen worden.

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Im Dezember hatte die Deutsche Bahn erklärt, keine Strecken mehr stilllegen zu wollen und stattdessen mehrere Trassen wieder in Betrieb zu nehmen. „Wir stoppen Stilllegungen und haben eine Taskforce zur Streckenreaktivierung eingesetzt“, hieß es. Bis Ende Juni sollte ein Paket von Strecken identifiziert werden, über das man mit Bund und Ländern sprechen wolle.

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