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Dynamo feiert den neuen Stürmer, aber wo ist Koné?

Das 2:1 gegen Heidenheim ist das ersehnte Erfolgserlebnis. Zugleich tun sich ungeahnte Personalprobleme auf.

Neuzugang Alexander Jeremejeff will den Jubel nach seinem 2:0 nicht für sich allein - und zeigt auf Baris Atik. Der Treffer aber ist längst überfällig.
Neuzugang Alexander Jeremejeff will den Jubel nach seinem 2:0 nicht für sich allein - und zeigt auf Baris Atik. Der Treffer aber ist längst überfällig. © dpa/Robert Michael

Erstes Spiel, erstes Tor! So weit geht Alexander Jeremejeff in der Kurzzusammenfassung seines fast perfekten Arbeitstages im Rudolf-Harbig-Stadion mit. Doch das ist für Dynamos Neuzugang nicht alles, noch etwas scheint dem am vergangenen Mittwoch verpflichteten Schweden wichtig zu sein. „First game, first goal“, wiederholt Jeremejeff also die Worte des Fragestellers nach der Partie am Sonntagnachmittag gegen Heidenheim und fügt betont hinzu: „And first win. I’m happy.“

Nun mag der 25-Jährige erst ein paar Tage in der Stadt sein und lediglich zweimal mit den neuen Kollegen trainiert haben, die Bedeutung des hart erkämpften 2:1-Sieges ist ihm vollends bewusst. Nach den zwei Niederlagen zu Saisonbeginn hat Dynamo die ersten Punkte geholt – und sich in der Tabelle vom vorletzten auf den 14. Platz verbessert. Was wie eine statistische Nebensächlichkeit wirkt, ist nicht zu unterschätzen. Ein komplett missglückter Start hat schon anderen Mannschaften am Ende die Ligazugehörigkeit gekostet, Stichwort Ingolstadt in der Vorsaison. Doch jetzt ist erst einmal alles gut, zumal eben auch noch der Neuzugang getroffen hat.

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Die Chancen hat Jeremejeff, das 1:0 macht ein anderer

Jeremejeffs Tor zum 2:0 in der 82. Minute ist allerdings mehr als überfällig gewesen. Bei hundertprozentiger Chancenverwertung hätte er allein fünf, streng genommen sogar sechs Treffer erzielen können. Doch in der 44. Minute nimmt er dem Torwart zwar den Ball ab, schießt dann aber aus spitzem Winkel ans Außennetz. Nach der Pause vergibt er zwischen 56. und 61. Minute gleich dreimal und scheitert in der 75. Minute erneut. Verzweifelt, meint er danach, ist er angesichts der Vielzahl, vor allem aber der so klar vergebenen Möglichkeiten nicht. „Ich habe gedacht, bitte gebt mir noch eine Chance“, sagt Jeremejeff, und so ist es dann ja auch gekommen.

Nach Patrick Eberts sehr sehenswert direkt verwandeltem Freistoß („Das war ein Befreiungsschlag für uns alle.“) zum 1:0 in der 68. Minute ist das 2:0 des Schweden in der Schlussphase die endgültige Entscheidung. Der Sieg für Dynamo ist allemal verdient. „Wenn ich meine Chancen besser nutze, läuft es für uns noch besser“, meint Jeremejeff, der bei seinem Debüt unabhängig vom Tor einen guten Eindruck hinterlässt, anschließend von den Zuschauern gefeiert wird und zufrieden bilanziert: „Was soll ich sagen, das ist mein neues Zuhause, das sind meine neuen Fans.“

Lange hat Cristian Fiel über die Aufstellung nachgedacht - und sich dann bewusst für den Neuzugang anstelle von Moussa Koné entschieden.
Lange hat Cristian Fiel über die Aufstellung nachgedacht - und sich dann bewusst für den Neuzugang anstelle von Moussa Koné entschieden. © dpa-Zentralbild

Sein Trainer ist vor allem eines: erleichtert. „Wir wissen doch alle, wie das ist im Fußball: Wenn du als Stürmer im ersten Spiel triffst, kann das auch etwas bewirken – und danach so weitergehen“, erklärt Fiel, der weit weniger mit Jeremejeffs Nominierung für die Startelf überrascht.

Dass der schwedische Nationalspieler angesichts des Mangels an Torgefährlichkeit in den bisherigen Partien sofort auflaufen würde, ist absehbar gewesen. Mit 1,92 Metern Körpergröße bringt Jeremejeff eine zuletzt fehlende Komponente in das Offensivspiel der Dresdner zurück: den Kopfball.

Fiel überrascht mit seiner Aufstellung gleich doppelt

Zwei Überraschungen birgt die Aufstellung dennoch: Trotz der zwei neuen Stürmer – kurz nach Jeremejeff verpflichtete Dynamo zudem den Slowenen Luka Stor – hält Fiel an seinem System mit nur einer Spitze zugunsten von vier spielstarken Mittelfeldspielern fest. Das hat zur Konsequenz, dass von nominell sechs zur Verfügung stehenden Angreifern a) einer spielt, b) zwei auf der Bank sitzen und c) drei nicht zum Spieltagskader gehören.

Anführer der C-Gruppe diesmal, zu der auch die Nachwuchsspieler Osman Atilgan und der derzeit verletzte Vasil Kusej zählen: Torjäger Moussa Koné, und das ist die zweite und zugleich größte Überraschung des Tages. Fiel führt dafür ausschließlich sportliche Gründe an. „Jetzt haben wir den Konkurrenzkampf, den wir haben wollen. Heute hat es Moussa und Osi getroffen, und in den nächsten Wochen kann es auch wieder anders aussehen“, sagt der Trainer.

Aber ist das wirklich so?

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Mit Konés Nichtberücksichtigung kochen auch wieder die zuletzt verstummten Wechselgerüchte hoch. Denn der Senegalese hat sich in der Sommerpause klar zu Dynamo bekannt – ist aber einer der Spieler im Kader, die zu jeder Zeit von zahlungskräftigen Vereinen umworben werden. Zuletzt ist von Ablöseangeboten in Höhe von vier, fünf Millionen Euro die Rede gewesen. Und der Vollständigkeit halber: Die Transferfrist endet am 2. September.

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