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Görlitz

Jetzt gibt's Teppiche im Görlitzer Kaufhaus

Investor Winfried Stöcker brachte die Einzelstücke aus Marokko mit. Sie sind teils gebraucht und nicht ganz billig.

Janet Mantke, Chefin des Modehauses am Postplatz (l.) und Ina Stephan vom Kaufhausteam begutachten die Teppiche aus Marokko.
Janet Mantke, Chefin des Modehauses am Postplatz (l.) und Ina Stephan vom Kaufhausteam begutachten die Teppiche aus Marokko. © Nikolai Schmidt

Sie sind bunt, mal etwas größer, mal etwas kleiner, auf jeden Fall seltene Einzelstücke und der Hingucker derzeit im Schaufenster des Stöcker-Kaufhauses: Teppiche. Rund 30 davon sind zu sehen, immer wieder bleiben Passanten stehen und schauen, manche rütteln auch an der großen Eingangstür. Vergeblich. Aber die Teppiche kann man tatsächlich kaufen, nur ein paar Meter weiter im Modehaus am Postplatz. Dort gibt es weitere, auch kleinere Exemplare. Teppiche, Modehaus, Kaufhaus-Investor Winfried Stöcker – wie passt das alles zusammen? Recht einfach.

Nachdem sich der Kaufhaus-Investor schon als Experte für das spezielle Bemalen von Ostereiern gezeigt hat, ist es nun die Teppiche, für die er eine Leidenschaft hegt. Auf seinen Reisen war Winfried Stöcker offenbar auf sie in Marokko aufmerksam geworden – und hat sie nach Görlitz gebracht. Frauen aus Berberdörfern im südöstlichen Marokko, im Atlasgebirge, mit Namen wie Ait Quagherda, Taznaketh und Quarzatzate, webten die Teppiche aus reiner Wolle. Jeder Teppich hat dabei seine ganz eigene Geschichte. „Jedes Berberdorf hat seine Traditionen“, weiß Ina Stephan vom Kaufhausteam. So gleicht kein Muster dem anderen, auch nicht in Farbgebung und Webtechnik. Es sind eben Unikate, die zum Verkauf stehen. Und sie sind meist tatsächlich benutzt worden, in den Familien in Marokko. Das sieht man ihnen zum Teil an, es sind keine 0-8-15-Teppiche, die irgendwo in einer Fabrik gefertigt wurden und nun nagelneu zum Verkauf angeboten werden.

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„Das Interesse ist sehr groß“, sagt Janet Mantke, Chefin des Modehauses am Postplatz. Allerdings wurde bisher noch kein Teppich verkauft. Die Preise haben es, der Geschichte und der Qualität geschuldet, in sich. Sie liegen ungefähr im Bereich zwischen 500 und 1000 Euro.

Stellt sich natürlich die Frage: Warum geben die marokkanischen Familien überhaupt einen Teil ihrer Geschichte, ihrer Tradition zum Verkauf frei? „Die Teppiche wurden von Generation zu Generation weitervererbt“, sagt Ina Stephan. Aber wenn die Besitzer in finanzielle Not geraten, werden sie verkauft, in dem Fall an eine Genossenschaft. Diese vermittelt die Erbstücke dann weiter an zahlungskräftige Kunden – wie einen Kaufhaus-Investor Winfried Stöcker.

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