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Jetzt ist sie eine Papageien-Adoptiv-Mutter

Clara Scholz aus Spohla berichtet von ihrem Austauschjahr in Neuseeland – hier Teil 14.

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Clara mit der Adoptions-Urkunde und ihre Mutter mit dem symbolischen Plüsch-Kakapo auf der Schulter.
Beide haben im neuseeländischen Rakiura National Park einen Kakapo adoptiert – ein Weibchen namens Jem.
Clara mit der Adoptions-Urkunde und ihre Mutter mit dem symbolischen Plüsch-Kakapo auf der Schulter. Beide haben im neuseeländischen Rakiura National Park einen Kakapo adoptiert – ein Weibchen namens Jem. © Foto: privat

Neuseeland/Spohla. Vor ein paar Tagen habe ich meine letzte externe Prüfung in Mathe geschrieben, mich von all meinen Freunden, meiner ersten Gastfamilie und auch von meiner Gast-Mum Terri verabschiedet, bei der ich die längste Zeit gewohnt habe. Dann hieß es: Aufbruch! Auf ging es per Flugzeug von Wellington auf der Nordinsel nach Invercargill auf der Südinsel. Als ich mich am Gate von Terri verabschiedet hatte, kullerten die Tränchen. Eine junge Frau, die vor mir lief, meinte: „Du machst das ganz toll“ und fing ein Gespräch an. Es stellt sich heraus, dass sie und ihr Freund das gleiche Ziel hatten: Stewart Island. Ihre Fähre von Bluff ging um dieselbe Uhrzeit. Wir verbrachten gemeinsam etwas Zeit in Invercargill, nahmen gemeinsam einen Shuttle nach Bluff und von Bluff die Fähre nach Stewart Island.

Dort haben mich meine Eltern erwartet, damit wir hier ein paar gemeinsame Tage verbringen konnten. Wir sind sehr am Wildlife in Neuseeland interessiert und haben bisher noch keinen Kiwi in freier Wildbahn gesehen. Auf Stewart Island wurde ich gleich von einem Papageien der Art Kaka begrüßt, der auf einem Autodach saß. Eine weitere Papageienart ist der Kakapo, der vom Aussterben bedroht ist und den es hier nur noch auf zwei vorgelagerten Inseln gibt. Im Moment sind dort aber nicht einmal mehr 150 Tiere zu finden. Als wir darüber gelesen hatten, waren wir von der Idee ganz begeistert, einen Kakapo symbolisch zu adoptieren. Wir haben hundert Neuseeland-Dollar im Department of Conservation (DOC) gespendet und dafür einen Plüsch-Kakapo bekommen. Ein kleiner Beitrag, das Fortbestehen dieser flugunfähigen und schwersten Papageien der Welt zu sichern und vielleicht auch bei der Vermehrung zu helfen, damit die Nachwelt sie wieder im „richtigen Wildlife“ bewundern kann. Unser adoptierter Kakapo ist eine Lady namens Jem. Sie wurde als Jungtier in strömendem Regen von einem DOC-Mitarbeiter gefunden und aufgezogen.

Neuseeland tut sehr viel, um einige Inseln „fressfeindfrei“ zu machen. Das heißt, es werden Fallen für Mäuse, Ratten, Marder, Opossums und Igel aufgestellt, da diese die Eier von Vögeln wie Kiwi, Kakapo und Weka fressen. Wir hatten das Glück, von Stewart Island aus eine solche Insel mit dem Boot besuchen und dort sehr seltene Vögel sehen zu können. Die nachtaktiven Kiwis blieben uns auch auf Stewart Island leider verborgen, obwohl wir gleich drei Nachtwanderungen unternahmen. (red)

Für nähere Informationen zum Schul-Austausch mit Neuseeland: [email protected]