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Jetzt kommt der Beste in die Flaschen

Im Staatsweingut Schloss Wackerbarth werden die Weine aus besonderen Lagen erst jetzt abgefüllt – und auch nur in limitierter Zahl.

Hier wird Riesling Auslese - das Beste vom Besten - bei Wackerbarth abgefüllt und von Kellermeisterin Christiane Spieler (links) und Küferin Anna Eichhorn geprüft.
Hier wird Riesling Auslese - das Beste vom Besten - bei Wackerbarth abgefüllt und von Kellermeisterin Christiane Spieler (links) und Küferin Anna Eichhorn geprüft. © Arvid Müller

Radebeul. Was in diesen Tagen in der Abfüllhalle auf dem Areal von Schloss Wackerbarth passiert, das ist so etwas wie das Sahnehäubchen, was aus den 2019er Weinen entsteht. Der Riesling-Auslese kommt in die schmalen 0,5 Liter Flaschen.

Lediglich 750 Flaschen wird es von dem Wein geben, der von der Edellage Goldener Wagen unterhalb vom Spitzhaus geerntet wurde. Kellermeisterin Christiane Spieler kontrolliert hier beim Abfüllen. Wer allerdings gleich losgehen möchte, um eine der begehrten Flaschen zu erwerben, der ist zu früh dran. Die Kellermeisterin: „Der Wein wurde beim Abfüllen beansprucht. Wir geben ihm jetzt noch fast vier Wochen Ruhe im Lager, damit er sein Bukett auch wirklich entfalten kann.“

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Ein dreiviertel Jahr nach der Ernte passiert das. Viele Arbeitsschritte im Weinkeller gingen dem voraus. Lage und Aufwand haben auch ihren Preis - 24,90 Euro wird die Flasche kosten. Die Riesling Auslese von 2018 ist bei den Cool Climate Wine Awards 2020 unter die Top Five, die fünf besten Weißweine des Wettbewerbs geadelt worden. Der 2019er trägt ebensolche Potenzen, sagt Martin Junge, Sprecher des Weingutes.

700 Tonnen Wein haben die Wackerbarth-Winzer im vorigen Jahr von ihren Rebflächen (insgesamt reichlich 90 Hektar) geerntet. Daraus werden rund 600.000 Flaschen - 350.000 Wein, 250.000 Sekt. Etwa vier Fünftel sind jetzt abgefüllt, sagt Christiane Spieler. Bis zuletzt, mitunter fast zwei Jahre, bleibt der Rotwein in den Fässern aus Holz. Er bekommt, nach dem Abfüllen Ausleseweine der besonderen Lagen und der Beerenauslese, die längste Zeit, um die optimale Reife zu erreichen.

Weinanbau hat in Corona-Zeiten Vor- und Nachteile gegenüber anderen Wirtschaften. Die Natur schert sich nicht um ein Virus und wächst und gedeiht weiter. Deshalb hatten die 120 Mitarbeiter im Staatsweingut auch ordentlich zu tun. Und mancher Sorte wurde dann eben doch in den Tanks etwas mehr Zeit gelassen.

Für noch bessere Qualität. Die Nachteile: Im Frühjahr ruhte das Geschäft mit der Gastronomie. Und, das Erlebnisweingut konnte lange Zeit keine Veranstaltungen durchführen. Selbst Führungen durch die Weinberge sind in der Personenzahl noch immer begrenzt. Martin Junge: „Etwa ein Viertel der sonst üblichen Besucher von insgesamt rund 190.000 übers Jahr haben wir eingebüßt.“

Derzeit ist im Weinbau alles schon wieder auf die neue Ernte ausgerichtet. Eisheilige haben die Wackerbarthianer mit Feuern zwischen den Rebstöcken bekämpft. Die aktuellen Sommertage sind beinahe ideal mit Sonne tagsüber und kühlen Nachttemperaturen. Bedingungen, bei denen die hiesigen Weine ihr mineralisches Aroma aus dem steinigen Boden in die Trauben ziehen können.

Jetzt müssen die Weinbauern jede Lage, jeden Weinberg genau beobachten, wo wie viel Laub weggeschnitten werden muss, wo es noch Schatten spenden soll. Und auch, welche üppig geschossenen Trauben halbiert werden müssen, damit das Verbliebene genug Nährstoffe und Aroma für feinsten Wein erhält. „Weniger die Öchsle, der Zuckergehalt, sind wichtig, viel mehr die Aromareife zum richtigen Zeitpunkt“, sind sich Kellermeisterin und Wackerbarth-Sprecher einig.

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