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Jetzt kommt die neue Mittelschule

Wegen gestiegener Baupreise ist das Vorhaben in Weißenberg teurer. Doch es gibt Lösungen – und interessante Ideen.

Nicht ganz maßstabsgerecht, aber so ähnlich könnte es aussehen, wenn das neue Schulgebäude der Freien Mittelschule Weißenberg auf der jetzigen Freifläche entsteht. Am Bildrand rechts befindet sich das alte Schulgebäude.
Nicht ganz maßstabsgerecht, aber so ähnlich könnte es aussehen, wenn das neue Schulgebäude der Freien Mittelschule Weißenberg auf der jetzigen Freifläche entsteht. Am Bildrand rechts befindet sich das alte Schulgebäude. © Bernd Bämsch und AIZ Bauplanung

Die Vorfreude ist Norman Retzlaff anzusehen. Vor ihm liegt der Ablaufplan der einzelnen Ausschreibungen für den Neubau der Freien Mittelschule in Weißenberg. Ein erster Termin steht fest. Die Grundsteinlegung findet am 3. Mai statt. Seit 2013 planen die Mitglieder des Trägervereins der Freien Schule einen Neubau, denn es war absehbar, dass das Schulgebäude und später auch eine dazugekommene Containerlösung nicht ausreichen.

Eigentlich sollte ja schon im vergangenen Jahr Baubeginn sein. Doch es gab Verzögerungen bei den Planungen. Mit dem jetzigen Planungsbüro AIZ Bauplanung aus Zittau geht es manchmal schneller voran, als der Trägerverein zuarbeiten kann, schmunzeln Norman Retzlaff und Daniel Krüger. Letzterer engagiert sich in der Arbeitsgruppe Schulneubau und ist mitverantwortlich für die vielen verschiedenen Spendenaktionen, die für die Eigenmittel organisiert wurden. Die Summe in Höhe von rund 30.000 Euro steht jetzt zur Verfügung. Und der Fördermittelbescheid vom Kultusministerium kam bereits im August 2017. Allerdings rechnete man damals noch mit einer Bausumme von rund 3,8 Millionen Euro. Mittlerweile sind die Baupreise gestiegen und der Kostenvoranschlag liegt 700.000 Euro höher. „Kurz vor Weihnachten erhielten wir zum Glück den Änderungsbescheid vom Freistaat“, sagt Norman Retzlaff. Auch die Finanzierung der nötigen Kredite über die Sparkasse wurde angepasst. Vom Freistaat kommen nun 40 Prozent der förderfähigen Mittel, rund 1,8 Millionen Euro. Doch die gestiegenen Kosten kommen auch aus einem anderen Grund zustande. „Bei weiteren Untersuchungen des Grundstücks wurde festgestellt, dass Teile des Bodens drei Meter tief ausgebaggert und später verfüllt werden müssen“, erklärt Norman Retzlaff. Da entstand die Idee, dass man die Grube, wenn sie einmal da ist, doch als Keller unter einem Teil der Schule nutzen kann. So kann dort die Technik untergebracht werden.

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An der Planung des Schulneubaus wurden weitere kleine Veränderungen vorgenommen. So wird der Eingang nach hinten verlegt, da dadurch kürzere Wege zur Sporthalle und dem zweiten Schulgebäude bestehen. Von der Straße aus gesehen, wirkt die Front dennoch wie ein Eingang. Bodentiefe Fenster können wie Türen geöffnet werden, wenn in der dahinterliegenden Mensa Veranstaltungen stattfinden. Das sich anschließende Atrium erstreckt sich über zwei Geschosse und lässt viel Licht ins Gebäude. Es entstehen sechs Klassenzimmer und Fachkabinette. Die eher „lauten“ Fachkabinette wie Musik, Kunst oder Technik werden im alten Schulteil untergebracht.

Während das Flurstück für das Schulgebäude von der Stadt zur Verfügung gestellt wurde, gehören die Flächen ringsherum weiterhin der Stadt. Wie die Gestaltung der Wege und Flächen dann mal aussehen wird, darüber gibt es Gespräche zwischen der Stadtverwaltung, dem Trägerverein und der Schule. So wird unter anderem der Weg zum Schulgelände verlegt.

Dem Zeitpunkt des Baubeginns fiebern nun natürlich alle entgegen. Zwei Aufträge müssen zuerst vergeben werden. Das Baustellenschild mit der Darstellung des Vorhabens und der geplante Aufzug. „Der ist wichtig für den dann folgenden Rohbau“, sagt Retzlaff. Die Firma muss ja wissen, wie groß der Fahrstuhl ist. Wenn alles wie jetzt geplant funktioniert, könnte das neue Schulhaus im Juli 2020 fertig sein.

Doch damit ist ja noch nicht alles komplett. Damit auch die Ausstattung zu großen Teilen neu angeschafft werden kann, wird es weitere Spendenaktionen und mittlerweile traditionelle Veranstaltungen geben. So den beliebten Tanzabend, den die Eltern organisieren, oder auch eine Fahrradtour, die im vergangenen Jahr sehr gut angekommen ist. Etwas völlig Neues hat sich die AG Schulneubau für alle die ausgedacht, die mindestens 100 Euro spenden. „Wir haben mit dem gleich nebenan befindlichen Ziegelwerk Oberlausitz einen Partner gefunden, der uns verschiedenfarbige Ziegel zur Verfügung stellt, die die Schüler dann mit unterschiedlichen Motiven und dem Namen des Spenders bemalen“, sagt Daniel Krüger. Wenn Firmen gern ihr Logo auf dem Ziegel haben möchten, ist das durchaus möglich. „Eine Firma hat 400 Euro gespendet und gestaltet die vier Ziegel als Komplex“, sagt Krüger. Diese Ziegel sollen dann später eine lange Wand im Erdgeschoss der Schule schmücken.

www.weissenberg-macht-schule.de

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