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Döbeln

Jetzt wehren sich die Roßweiner

Der Innenstadtring hat in einem Abschnitt der Döbelner Straße einen viel zu steilen Gehweg. Eine Lösung scheint weit weg.

Verkehrsfreigabe am 31. Juli 2017: An der Döbelner Straße in Roßwein läuft  gehörig was schief - und das schon fast zwei Jahre.
Verkehrsfreigabe am 31. Juli 2017: An der Döbelner Straße in Roßwein läuft gehörig was schief - und das schon fast zwei Jahre. © André Braun/Archiv

Roßwein. Fast zwei Jahre nach der Verkehrsfreigabe bleibt der Innenstadtring von Roßwein eine Baustelle ohne ordentlichen Abschluss.

Dafür fehlt nach wie vor eine Lösung, wie in einem etwa 70 Meter langen Abschnitt der Döbelner Straße in Höhe des Frisörgeschäftes zumindest annähernd die DIN-Vorschrift erfüllt wird. Die wurde angeblich eingehalten, sagte der Bauleiter am Rande der Verkehrsfreigabe am 31. Juli 2017.

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Stimmt nicht, entgegneten die Mitglieder des Roßweiner Behindertenbeirates und wiesen dies an Ort und Stelle nach. Sie maßen eine Neigung von mehr als elf Prozent. Höchstens sechs sind an Grundstücksausfahrten zulässig. Ansonsten darf die Querneigung maximal zwei Prozent betragen, erklärte Kerstin Bauer, die nicht nur Vorsitzende des Behindertenbeirates, sondern auch selbst Bauplanerin ist.

Dass der Fußweg zu steil wird, darauf hatten die Mitglieder des Beirates schon während der Bauphase hingewiesen. Die Auswirkungen dessen wurden bei einem Praxistest offengelegt: Schon bei normalen Witterungsverhältnissen droht der Rollstuhl in Richtung Fahrbahn abzudriften. Noch schneller könnte das bei überfrierender Nässe passieren.

Ein ähnliches Problem hat es am Eingang zum Markplatz gegeben. Ausgerechnet dort war auch noch der Fußweg abgesenkt worden. Das hat die Baufirma mittlerweile korrigiert. Trotzdem sollen weitere Änderungen folgen, an anderer Stelle der Fußweg abgesenkt werden. Das will die Kommune aber im Zusammenhang mit den Neigungsänderungen erledigt sehen, damit Letztere nicht in Vergessenheit geraten.

„Für den Gehweg wurden bisher mehrere Lösungsvorschläge erarbeitet“, teilt Isabel Siebert, die Sprecherin des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv), mit. Der aktuelle Vorschlag mit einer Querneigung von sechs Prozent im ausgewiesenen Abschnitt sei von der Behörde wiederum zur Diskussion gestellt worden.

„Seitens der Stadt Roßwein wurde dazu Einverständnis signalisiert, wenn auch in den angrenzenden Bereichen vertretbare Längs- und Querneigungen erreicht werden können“, so Isabel Siebert. Dies werde derzeit nochmals untersucht. Danach seien weitere Abstimmungen mit der Stadt Roßwein, dem Behindertenbeirat und betroffenen Grundstückseigentümern erforderlich, um das Einvernehmen mit allen Beteiligten herzustellen.

Eine Zustimmung seitens des Behindertenbeirates dazu wird es aller Voraussicht nach nicht geben. „Wir haben uns in der zurückliegenden Sitzung darüber unterhalten“, sagt Peter Krause, der ebenfalls Vorsitzender des Beirates ist. Nach Meinung der Mitglieder weiche der Vorschlag noch immer zu weit von dem ab, was die Höchstgrenze ist. Gefahren würden nicht ausreichend minimiert.

Ihre Haltung könne jetzt so ankommen, dass die Bauarbeiten allein von den Behindertenbeiräten abhängen könnten. „Dagegen verwahren wir uns. Wir lassen uns nicht den Schwarzen Peter zuschieben“, sagt Peter Krause. „Bei der Planung ist aus unserer Sicht etwas schiefgelaufen, nur will das jetzt niemand zugeben.“ Die Lösungsvorschläge seien aus Sicht des Beirates nach so langer Zeit wenig zielführend. „Es hat den Anschein, dass das Problem ausgesessen werden soll“, so Krause.

Nach seinen Worten sind Schreiben an Behörden und Politiker in Arbeit. „Wir müssen bis zur Landtagswahl am 1. September etwas erreichen. Danach wird sich erfahrungsgemäß erst einmal eine Zeitlang wenig tun“, erklärt der Vorsitzende, weshalb die Zeit jetzt drängt.

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