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Joachim Herrmann verlässt Die Linke

Der bisherige Kreis- und Stadtrat gibt sein Parteibuch ab und übt Kritik an der Wahlkampfpolitik.

Von Susan Ehrlich

Joachim Herrmann, bisher Fraktionsmitglied der Linken im Stadtrat und im Kreistag, ist unmittelbar nach der Wahl aus der Partei ausgetreten. Grund dafür sei allerdings nicht, dass er weder im Kreis noch in der Stadt Löbau wiedergewählt worden ist, teilte er mit. Vielmehr übt Herrmann herbe Kritik am Führungsstil der Parteifunktionäre der Linken. So sagt er in seiner Erklärung zum Austritt über Die Linke unter anderem: „Die Basis der Partei wird in unterschiedlichsten Parteigremien nicht oder nur unzureichend wahrgenommen.“

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Seine Kritik richtet sich vor allem gegen die Verantwortlichen auf Landes- und Kreisebene. „Ich möchte nicht mehr Mitglied einer Partei sein, die sich in ihren Führungsspitzen zum Selbstbedienungsladen gewandelt hat“, kritisiert er gezielt auch die Ernennung der Spitzenkandidaten für die zehn Wahlkreise zur Kreistagswahl, die „zu keinem Zeitpunkt durch die Genossen vor Ort vollzogen worden“ sei.

Sachpolitik für und mit den Menschen finde er gut, so Herrmann. So bleibe das linke Spektrum weiterhin sein politisches Zuhause. Als Vorsitzender des Arbeitslosenkreisverbandes Löbau-Zittau steht er den Betroffenen auch in Zukunft zur Verfügung. „Die Bürgerberatung findet weiter umfänglich statt“, sagt er.

Den Wahlverlauf selbst möchte Herrmann nicht kommentieren. „Der Wähler hat entschieden; gut so oder nicht, wird man sehen“, teilt er in seiner Erklärung zum Parteiaustritt mit. Die jetzt neu gewählten Kreistags- und Stadtratsmitglieder beglückwünscht er trotz allem zu ihrem Erfolg.