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Joyson-Mitarbeiter kämpfen um ihr Werk

Die Personalleitung hat die Forderungen auf dem Tisch. Jetzt wartet die IG Metall auf einen Verhandlungstermin.

Die Mitarbeiter von Joyson Safety Systems haben auf dem Obermarkt in Döbeln auf die geplante Schließung des Werkes in Mockritz und die möglichen Auswirkungen auf die Familien aufmerksam gemacht. Unterstützt werden sie dabei von der IG Metall Riesa.
Die Mitarbeiter von Joyson Safety Systems haben auf dem Obermarkt in Döbeln auf die geplante Schließung des Werkes in Mockritz und die möglichen Auswirkungen auf die Familien aufmerksam gemacht. Unterstützt werden sie dabei von der IG Metall Riesa. © André Braun

Döbeln. Das gibt es selten auf dem Obermarkt vor dem Döbelner Rathaus. Die IG Metall Riesa hatte zu einer Kundgebung eingeladen. Es geht um die Schließung des Werkes von Joyson im Mockritzer Gewerbegebiet. Nach dem Willen der Geschäftsleitung sollen die 100 Mitarbeiter noch in diesem Jahr ihre Arbeit verlieren. Das wollen sich die Mitarbeiter, von denen die meisten bereits seit 20 Jahren im Werk arbeiten, nicht bieten lassen. Sie traten fast alle in die IG Metall Riesa ein und wollen nun um die Erhaltung ihres Arbeitsplatzes oder zumindest für einen Sozialtarifvertrag kämpfen.

Bis zum ersten Warnstreik war die Geschäftsleitung, die in Aschaffenburg sitzt, zu keinen Gesprächen bereit. Nun haben Vertreter der Gewerkschaft die Forderungen der Mitarbeiter der Personalleitung übergeben. Zum Inhalt will Steven Kempe, Gewerkschaftssekretär IG Metall Riesa, nichts weiter sagen. Zum einen, weil diese inhaltlich zu komplex seien und zum anderen, weil man sich in Verhandlung befinde.

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„Mit dieser Kundgebung in Döbeln wollen wir auf die drohende Schließung von Joyson aufmerksam machen. Wir wollen zeigen, dass es nicht nur um 100 Mitarbeiter, sondern auch um deren Familien geht“, sagte Kempe. Deshalb gab es die Rote Karte für den Arbeitsgeber. Kempe informierte die Teilnehmer der Kundgebung über das Ergebnis des ersten Treffens mit der Personalleitung. Die habe einen festen Plan und sei bisher auch nicht daran interessiert gewesen, wie es mit den 100 Mitarbeitern weitergeht, so Kempe. Am Beratungstisch saßen auch Betriebsratsmitglieder des Werkes in Aschaffenburg. „Die haben am Mittwoch auch erfahren, dass in ihrem Werk große Einschnitte geplant sind“, so der Gewerkschaftssekretär. 

Gewerkschaftsekretär Steven Kempe (l.) bei der Kundgebung auf dem Döbelner Obermarkt. 
Gewerkschaftsekretär Steven Kempe (l.) bei der Kundgebung auf dem Döbelner Obermarkt.  © André Braun

Dafür würden 100 Arbeitsplätze in Länder verlagert, in denen noch günstiger produziert werden könne. „Das ist nicht im Sinne unserer Mitglieder, und deshalb wollen wir uns wehren“, so Kempe. Bei den Gesprächen sei herausgekommen, dass einige Aufsichtsräte des Unternehmens noch gar nicht über die Schließungspläne informiert gewesen seien. Geld für einen Sozialtarifvertrag sei nicht zurückgestellt worden. „Die Geschäftsleitung ist wohl davon ausgegangen, dass sie das Werk schließen kann, ohne dass sich die Mitarbeiter wehren. Doch da haben sie sich verrechnet. Wir werden starke Zeichen setzen und, wenn es notwendig ist, mit dem Bus nach Aschaffenburg fahren“, sagte Kempe. Seine Worte wurden immer wieder von lauten Pfeifen der Trillerpfeifen unterstrichen.

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Kempe informierte, dass sich die Personalleitung mit den Forderungen auseinandersetzen will. Bis Ende dieser Woche soll, laut Kempe, ein Verhandlungstermin vom Unternehmen benannt werden. „Wir erwarten, dass diese noch im Februar beginnen.“ Dass es ein Gespräch mit der Personalleitung gegeben habe, sei nicht der Einstieg in ordentliche Tarifverhandlungen, so der Gewerkschaftssekretär.