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Jubiläum im Familienbetrieb

Großschönau. Der Brennstoffhandel Lange feiert sein 100-jähriges Bestehen. Seit 1981 leitet Frank Lange die traditionsreiche Firma.

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Von Jan Lange

Mit Brennstoffhandel allein könnte Frank Lange seinen Familienbetrieb „nicht mehr über Wasser halten“. Und so wundert es nicht, dass der 52-jährige Großschönauer Unternehmer heute auch auf anderen Gebieten tätig ist. So beispielsweise seit Mitte der 90er Jahre im Containerdienst. „Der wird gut angenommen“, erzählt Frank Lange, der den Brennstoffhandel 1981 vom Schwiegervater übernahm.

Ganz im Gegensatz zum Biodiesel. Seit 2002 verkaufte er an der firmeneigenen Tankstelle den Kraftstoff. Aufgrund von Steuererhöhungen ging der Verkauf jedoch auf Null zurück. Frank Lange entschied sich deshalb im vorigen Sommer, den Biodiesel wieder abzuschaffen.

Preis steigt, Absatz sinkt

Zurückgegangen ist in den vergangenen Jahren ebenso der Absatz von Heizöl. Ein Grund sei vor allem der gestiegene Ölpreis, früher kostete der Liter rund 30 Cent, heute sind es über 60. „Zurzeit macht es keinen richtigen Spaß mehr“, sagt Lange mit Blick auf den Ölpreis. „Das war vor zwei Jahren noch anders“, so der gelernte Schmied, der bis 1975 bei Frottana als Schlosser tätig war und danach in den Familienbetrieb seiner Frau einstieg. Dennoch ist der Handel mit Heizöl nach wie vor ein wichtiges Standbein. Im gesamten Altkreis Zittau haben die Langes Kunden, viele kaufen seit Jahren bei ihnen ein. Diese Treue resultiert auch aus der Tatsache, dass Frank Lange bereits 1990 Heizöl angeboten hatte – als erster in Großschönau. „Viele stiegen damals auf Öl um.“

Sich an veränderte Marktsituationen anpassen, mussten schon seine Vorgänger. So hatte Reinhold Hinke das Unternehmen 1908 vor allem als Delikatess-Fachgeschäft gegründet. Zehn Jahre später verlor der Verkauf von Südfrüchten, Gemüse, Obst, Geflügel, frischem Fisch und Räucherwaren an Bedeutung. Stattdessen konzentrierte er sich auf den Handel und Transport von Kohle und Holz. Zuvor hatte er sich Pferde fürs Geschäft gekauft. Derart „ausgestattet“, bot er auch Schlitten- und Kutschfahrten für Familien und Vereine an.

Ende der 20er Jahre verbuchte der Brennstoffhandel eine deutliche Umsatzsteigerung, da sich die Briketts aus Hirschfelde zunehmender Beliebtheit erfreuten. In der Folge wurden eine neue Lagerhalle und ein Wiegehaus am Großschönauer Bahnhof errichtet. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges kam es dann auch zu einer Motorisierung des Fuhrparks. Nach dem Krieg wurde die Halle um Büro- und Wohnräume erweitert.

Nicht unter fremder Fahne

Auch wenn manches heute nicht mehr so gut läuft wie früher, eines kommt für Frank Lange nicht in Frage: unter fremder Fahne „fahren“. In den 90er Jahren gab es diesbezüglich einige Angebote von großen Firmen, die der gebürtige Waltersdorfer aber alle ablehnte. Lieber baute er neue Standbeine auf – wie zum Beispiel Abrissarbeiten mit dem Firmenbagger. Unter anderem in Bertsdorf, Olbersdorf und Mittelherwigsdorf hat der 52-Jährige bereits entsprechende Aufträge übernommen.

Auch mit der Nachfolge ist ihm nicht bange. Sohn Stefan arbeitet bereits als Kraftfahrer in dem Familienunternehmen mit.

www.brennstoffhandel-lange.de