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Neuanfang mitten in der Corona-Zeit

Seit 20 Jahren gibt es das Pflegeheim in Königsbrück. Der neue Leiter steht gleich zu Beginn seiner Tätigkeit vor einer Herausforderung.

Fachpflegerin Ute Glowienka ist schon von Beginn an im Pflegeheim in Königsbrück dabei. Liebevoll kümmert sie sich unter anderem um Bewohnerin Hilde Lentschke, die seit dreieinhalb Jahren in dem Heim lebt.
Fachpflegerin Ute Glowienka ist schon von Beginn an im Pflegeheim in Königsbrück dabei. Liebevoll kümmert sie sich unter anderem um Bewohnerin Hilde Lentschke, die seit dreieinhalb Jahren in dem Heim lebt. © Matthias Schumann

Königsbrück. Sie arbeitet gern mit den älteren Menschen, hat Freude an ihrer Tätigkeit und geht oft mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause. Schwester Ute gehört zu den dienstältesten Mitarbeitern im Pflegeheim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in Königsbrück. Sie arbeitet von Anfang an in der Einrichtung, die jetzt ihr 20-jähriges Bestehen begeht, und betreute auch seit 1988 die Bewohner im vormaligen psychiatrischen Pflegeheim im Schloss, das es heute nicht mehr gibt. 

Sie war damals froh, als das neue Heim am Schlosspark eröffnet wurde. „Für Bewohner wie für Mitarbeiter ist mit einem Schlag alles besser und komfortabler geworden“, blickt Schwester Ute zurück. Die ersten Bewohner der neuen Einrichtung kamen aus dem damaligen psychiatrischen Pflegeheim. Dort lebten sie viele Jahre in Räumen mit zwölf Betten. Im ASB-Pflegeheim „Am Schlossteich“ bekamen viele zum ersten Mal in ihrem Leben ein eigenes Zimmer und haben den Umzug sehr emotional erlebt.

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Aber auch die letzten zwanzig Jahre haben viele Veränderungen gebracht. Schwester Ute nennt in diesem Zusammenhang vor allem die Digitalisierung in vielen Bereichen, den zunehmenden Dokumentationsaufwand und die neuen Berufsbilder, wie zum Beispiel zusätzliche Betreuungskräfte, die hinzugekommen sind. Doch trotz der vielen Veränderungen macht Ute Glowienka die Arbeit Spaß, und sie möchte vor allem eines: „Die Bewohner sollen einen würdevollen Aufenthalt im Heim und eine schöne Zeit erleben.“

Ein neuer Heimleiter

In diesem Sinne wurde auch das 20-jährige Jubiläum des ASB-Pflegeheimes begangen – natürlich mit dem derzeit wegen Corona gebotenen Abstand, aber mit viel Stolz. Das Heim verfügt insgesamt über 62 Plätze. Parallel gibt es im Haus eine Tagespflege mit zwölf Plätzen, die auch an einzelnen Tagen besucht werden kann. Von den damaligen Mitarbeitern in der Schlosseinrichtung sind noch zehn im jetzigen Pflegeheim beschäftigt.

Eine von ihnen ist die Leiterin des Betreuungsteams Martina Kaiser. Sie kümmert sich zusammen mit dem Team auch um die Veranstaltungen und Ausstellungen, die für viel Abwechslung sorgen. So gibt es einen Entspannungsraum und ein Erinnerungszimmer mit Mobiliar aus früheren Zeiten. Jeder Bewohner bekommt eine eigene Geburtstagsfeier, es gibt Grillfeste und Faschingsfeiern und Kegelnachmittage, die sehr beliebt sind. Ehrenamtliche Helfer sind bei der Organisation immer herzlich willkommen.

Seit Mai dieses Jahres werden das Haus in Königsbrück und das ASB-Pflegeheim in Bernsdorf von Franz George geleitet. Der gelernte Gesundheits- und Krankenpfleger stammt aus Großenhain, studierte Gesundheitsökonomie in Bayreuth und leitete bis zu seinem Umzug nach Sachsen Pflegeeinrichtungen in Berlin und Brandenburg. „Ich bin aus persönlichen Gründen nach Sachsen zurückgekommen“, so Franz George. „Ich habe hier in Königsbrück und Bernsdorf zwei gut geführte Heime übernommen“, schätzt er selbst ein.

Zwei Auszubildende ab September

Er begann seinen Dienst allerdings mitten in der Corona-Zeit, die das Personal und die Bewohner vor große Herausforderungen stellte. Es ging für ihn als neuen Leiter also erst einmal darum, diese ungewohnten Aufgaben zu bewältigen. „Doch wir sind gut über die schwere Zeit gekommen. Alle Mitarbeiter haben an einem Strang gezogen“, blickt er zurück. Seit Juni ist die Situation wieder entspannter. Besuche sind erlaubt, allerdings unter Einhaltung der Corona-Regeln. Das heißt, die Besucher müssen eine Maske tragen, einen Mindestabstand einhalten und sich anmelden.

Insgesamt kümmert sich ein fast 50-köpfiges Team aus Pflegekräften, Betreuungskräften, Ergotherapeuten, Hausmeistern, Mitarbeitenden des Wirtschaftsdienstes sowie jungen Leuten im Freiwilligen Sozialen Jahr um die Bewohner. Am 1. September beginnen zwei junge Leute ihre Ausbildung im Heim. Gerade eine vernünftige Personalpolitik ist für Franz George wichtig. „Wir müssen es schaffen, den Personaleinsatz so zu gestalten, dass sich die Arbeitsbedingungen verbessern und kontinuierlich weiterentwickelt werden. Darin sehe ich eine meiner nächsten Aufgaben“, so der neue Heimleiter.

Die weitere Stärkung des Teams ist für Franz George eine der zentralen Punkte. Seit diesem Jahr zahlt der ASB Gehälter angelehnt an den Tarif im öffentlichen Dienst. Trotzdem sucht der Betreiber weiter nach Pflegefachkräften.

Die Bewohner sollen von den Personalsorgen nichts mitbekommen. Sie sollen sich in ihrer Einrichtung wohl und bestens betreut fühlen. Dafür sorgen Schwester Ute, Martina Kaiser, Pflegedienstleiterin Antje Schulze, Franz George und das gesamte Team des inzwischen 20 Jahre alten Pflegeheimes in Königsbrück.

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