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„Juden in Sachsen“

Vom 2. bis zum 30. November macht die Wanderausstellung „Juden in Sachsen“ in der Hillerschen Villa am Klienebergerplatz 1 in Zittau Station. Auf 25 Tafeln wird jüdische Geschichte in Sachsen vom Mittelalter bis zur Gegenwart erzählt. Im Mittelpunkt steht die spannungsgeladene Zeit des 19./20. Jahrhunderts – eine Zeit zwischen Emanzipation, Gleichstellung, gesellschaftlicher Anerkennung, Integration einerseits und Vorurteilen, Ausgrenzung und Antisemitismus andererseits, was in den Versuch mündete, jüdisches Leben auszulöschen. Neubeginn und Aufbruch nach 1945 und das Leben heute runden die Ausstellung ab. In Zittau werden auch zwei Leihgaben der Städtischen Museen Zittau – seit drei Jahren erstmals wieder – der Öffentlichkeit gezeigt: die Modelle der Synagoge und der Leichenhalle.

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Ausstellungseröffnung

Gemeinsam mit dem Landesrabbiner von Sachsen, Dr. Salomon Almekias-Siegl, wird der Synagogenchor Dresden die Eröffnung musikalisch begleiten. Der Reiz der jüdischen Musik liegt in der Charaktervielfalt der oftmals jahrhundertealten Gesänge, die sich in den teilweise komplizierten Melodien ausdrückt. Sie widerspiegelt die musikalischen Stilelemente der ganzen Welt, so wie das Volk der Juden über die ganze Welt verbreitet ist.

Sonntag, 2. November, 18 Uhr, Kulturboden (Eintritt frei)

Kindheitserinnerungen

„Eine Kindheit im Dritten Reich“ – Wolfgang Brinitzer erzählt: Die Familie Brinitzer stammt aus Zittau. Das Grab der Großeltern Adolph und Henriette Brinitzer gehört zu den im Mai d. J. zerstörten Gräbern auf dem Jüdischen Friedhof Zittaus. Keines ihrer fünf Kinder überlebte die Nazi-Diktatur. Enkel Wolfgang (Jahrgang 1931) erlebte das „Dritte Reich“ und die Bombennacht in Dresden – als Einziger kann er noch berichten.

Mittwoch, 5. November, 19 Uhr, Kulturboden (Eintritt frei)

Film: Die Rosenstrasse

Deutschland 1943: In der Berliner Rosenstraße versammeln sich Hunderte Frauen, um gegen den Abtransport ihrer jüdischen Männer zu demonstrieren. Lena sucht nach ihrem Mann Fabian. Nach verzweifeltem Kampf mit den national-sozialistischen Behörden geschieht Unglaubliches: die Gefängnisstore öffnen sich ...

Do, 6. November u. So, 9. November, 20.30 Uhr, Kulturboden (Eintritt 4 Euro)

Vernissage

Erhard Gassan – Abstraktionen: Vernissage mit jüdischen Liedern (Anja Ott, Gesang; Alexander Schmidt, Gitarre).

Sonntag, 9. November, 18 Uhr, Café Jolesch – die Ausstellung wird vom 9. November bis zum 20. Dezember gezeigt

Lesung

„Am Freitag schlief der Rabbi lang“ – Andrea Rump liest Harry Kemelmann: Sie war jung und schwanger und ist jetzt tot. Ermordet. Man entdeckt ihre Leiche am Freitag. Bald schon verhaftet die Polizei einen Verdächtigen. Nur Rabbi David Small kann den unschuldigen Mann entlasten. Denn unter den Fenstern seiner Synagoge geschah der Mord ...

Mittwoch, 12. November, 19 Uhr, Kulturboden (Eintritt 3 Euro)

THEATER: Die Judenbank

Ein Stück des Gablonzer Autors Reinhold Massag, inszeniert vom Theaterjugendclub: Der Dorfbewohner Dominikus darf eines Tages nicht mehr auf seiner Lieblingsbank sitzen, weil darauf ein Schild prangt: „Nur für Juden“. Er versteht die Welt nicht mehr und fängt an zu grübeln. Er beschließt, Jude zu werden, um seine „banklichen Rechte“ zurückzuerhalten. Das soll ihm zum Verhängnis werden.

Fr, 14. Nov./So, 16. Nov./So, 23. Nov., 20 Uhr, Kulturboden (Eintritt 3/2 Euro)

Vorträge

„Juden in Sachsen heute“: Die jüdische Gemeinde Dresden erlebt seit Beginn der 90er Jahre einen tiefgreifenden Wandel. Über deren Situation, die Vielfalt jüdischen Lebens in Sachsen heute, über Veränderungen und Perspektiven spricht Prof. Dr. Eva Rietze – seit Mai d. J. Vorsitzende der Repräsentanz der Jüdischen Gemeinde Dresden.

Mittwoch, 19. November, 19 Uhr, Kulturboden (Eintritt frei)

„Ich bin ein Mensch gewesen“: Paul Mühsam, Sohn des jüdischen Schuhhändlers Marcus Mühsam, lebe in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts mit seinen Eltern in Zittau. Er erzählt über seine Gymnasialzeit am Johanneum, über Lehrer und Mitschüler, über Jugendschwärmerei und Freundschaft, über erlebten Antisemitismus, über den Schmerz des Jude seins ...

Sa, 22. Nov., 19 Uhr, Kulturboden

Konzerte

„Jowel Kletzmorin“: Die fünf MusikerInnen umfassende Gruppe (1993 in Dresden entstanden) spielt jiddische Weisen, die viel Raum für Improvisation und eigene Arrangements lassen. Ausgelassene Heiterkeit, aber auch die emotionale Tiefe dieser urwüchsigen Musik werden in dem Konzert spürbar.

Do, 20. November, 20 Uhr Kulturboden (Eintritt VK 8/AK 10/Spez.offer 5 Euro)

„Das Blaue Einhorn“: Die Musikerinnen aus Dresden sind mit ihrem neuen Programm in der Weberkirche zu Gast. Mystische Gesänge aus dem christlichen Mittelalter, der jüdischen und islamischen Welt gehören ebenso dazu wie Lieder der Sehnsucht nach Frieden, der Seele und der Welt.

So, 30. Nov., 19.30 Uhr, Weberkirche (Eintritt VK 8/AK 10/Spez.offer 5 Euro)

BUchvorstellung

„Einst & jetzt“: Mit diesen Worten beschrieb der Dresdner jüdische Reformer Bernhard Beer seine Gedanken und Gefühle anlässlich der Weihe der ersten öffentlichen Synagoge in Sachsen der Neuzeit im Jahr 1840. Dass das Gotteshaus nicht einmal hundert Jahre zum Stadtbild gehörte, danach die Erinnerung an den Standort getilgt werden sollte und jetzt fast am selben Ort eine moderne Synagoge entsteht, ist in diesem Buch mit zahlreichen bisher nicht veröffentlichten Abbildungen nachzulesen.

Mi, 26. Nov., 19 Uhr, Kulturboden

Kindernachmittag

„Das Drachenmädchen“: Es war einmal ein Reicher, der hatte einen hübschen Sohn. Einmal stritt dieser sich mit dem Vater und verließ ihn – spaniolische Märchen und Märchen aus Israel liest und erzählt die Schauspielerin Andrea Rump.

Sa, 29. Nov., 16 Uhr, Kulturboden

Die Ausstellung ist vom 3. bis zum 30. November Mo bis Fr von 9 bis 18 Uhr sowie Sa/So von 10 bis 18 Uhr geöffnet; Anmeldung für Schulklassen unter 03583/77 96 88 oder per E-Mail: [email protected]; Karten im Vorverkauf: SZ-Treffpunkt Zittau, Neustadt 18, Tourist-Info Zittau, Café Jolesch Zittau.