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Jugend blickt über Grenzen

Deutsche, Tschechen und Polen haben sich über die Zukunft im Dreiländereck ausgetauscht – und eine Schule vor Augen.

Von Thomas Christmann

Welche Perspektive sehen junge Menschen in der Region? Wie sind sie darauf vorbereitet? Welche Erwartungen gibt es an einen erfolgreichen Bildungsweg? Über diese und weitere Fragen haben gestern die Mitglieder vom Internationalen Kinder- und Jugendparlament im Rahmen der Euroregionalen Konferenz in St. Marienthal gesprochen.

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Ursprünglich komme ich aus Mannheim, bin aber mit meinen Eltern nach Zittau gezogen. Später will ich einmal etwas mit Tourismus oder Sprache studieren. Dafür sind die Möglichkeiten in einer Großstadt aber besser. Ein Hindernis, als Region zusammenwachsen,
Ursprünglich komme ich aus Mannheim, bin aber mit meinen Eltern nach Zittau gezogen. Später will ich einmal etwas mit Tourismus oder Sprache studieren. Dafür sind die Möglichkeiten in einer Großstadt aber besser. Ein Hindernis, als Region zusammenwachsen,
In der Heimat fühle ich mich am wohlsten, kenne hier jeden Ort, jedes Gebäude, jede Straße. Grundsätzlich ist wichtig, dass wir jungen Menschen in der Region bleiben und Familien gründen können. Das bedeutet aber auch, dass Arbeitsplätze entstehen müssen.
In der Heimat fühle ich mich am wohlsten, kenne hier jeden Ort, jedes Gebäude, jede Straße. Grundsätzlich ist wichtig, dass wir jungen Menschen in der Region bleiben und Familien gründen können. Das bedeutet aber auch, dass Arbeitsplätze entstehen müssen.

Ein großes Problem sehen die Deutschen, Tschechen und Polen in den sprachlichen Barrieren, um als Region zusammenzuwachsen. Jugendliche wie Martin Polácek haben deshalb das große Ziel, eine trinationale Schule zu errichten. Das verfolgt das Jugendparlament seit seiner Gründung vor 14 Jahren, um das Gemeinschaftsgefühl zu fördern und schon von klein auf Vorurteile abzubauen. Die Vorstellung: Einen Lehrplan für alle, Fächer in Deutsch, Polnisch und Tschechisch sowie einen Abschluss, der in allen drei Ländern gleichermaßen gilt. Die leerstehende Schule in Porajów bei Zittau ist durch die zentrale Lage bereits als Standort vorgesehen. „Das werden später Leute sein, für die es keine Grenzen mehr gibt“, sagt Volker Beer, der das Jugendparlament leitet. Doch alle Bemühungen zwischen Landesministerien und Kommunalpolitikern scheiterten bislang. Der Grund: unterschiedliche Gesetze. So muss in Deutschland die Schulpflicht auch dort erbracht werden. Anders in Tschechien. Von dort gehen sogar bereits Kinder und Jugendliche auf Schulen in Zittau. Sie müssen nur nach jedem Jahr in ihrem Land eine Prüfung ablegen. Als Jugendparlament wollen die Mitglieder das Thema der trinationalen Schule aktuell halten, Landtags- und Bundestagsabgeordnete einladen und besuchen. Beer merkt nach den Jahren, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit kein Selbstläufer ist, selbst wenn die Grenzlage immer als Riesenchance gesehen wird. Es gebe eben immer noch einen nationalen Egoismus, sagt Beer. So entsteht der Eindruck, dass für Fördermittel manche Partnerschaft nur als Mittel zum Zweck dient. Es müsse auf staatlicher Ebene einiges in Bewegung kommen, um Ideen umzusetzen, sagt Beer. Dazu zählt der Abschluss der Berufsausbildung in anderen Ländern oder ein trinationales Programm an Volkshochschulen. Auf ein Wort