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Jugend vor verschlossenen Türen

Es geht fast schon familiär im Jugendclub Bahra zu. Nadine bastelt Weihnachtssterne, Valentin zockt Playstation und Betreuerin Steffi Lange hat auf alles ein Auge. „Die Jugendlichen kommen her, um zu spielen und zu basteln, vor allem aber auch, um über Probleme zu sprechen“, erzählt die 52-Jährige.

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Von Antje Meier

Es geht fast schon familiär im Jugendclub Bahra zu. Nadine bastelt Weihnachtssterne, Valentin zockt Playstation und Betreuerin Steffi Lange hat auf alles ein Auge. „Die Jugendlichen kommen her, um zu spielen und zu basteln, vor allem aber auch, um über Probleme zu sprechen“, erzählt die 52-Jährige.

Dem Jugendclub Bahra geht es sichtlich gut. Das liegt vor allem daran, dass noch genügend Kinder und Jugendliche in den Club kommen. Im Schnitt etwa zehn pro Tag. „Wir müssen kämpfen, dass immer wieder neue Kinder nachkommen“, sagt sie. Sollten die Zahlen zu stark fallen, drohe auch dem Jugendclub Bahra das Aus. So wie kürzlich dem Jugendclub Prausitz: Am 14. November wurde dieser ohne großes Aufheben dicht gemacht. „Es kamen nur noch zwei Kinder pro Tag“, erklärt Bürgermeisterin Christine Gallschütz (CDU). Das seien zu wenige. „Und die wollten sich dann nicht einmal an Veranstaltungen der Gemeinde beteiligen, wie es die Jugendlichen der anderen zwei Jugendclubs auch tun“, begründet sie die Entscheidung.

„Ich kann das fast nicht glauben. In Prausitz waren immer die meisten Kinder“, bedauert Jugendbetreuerin Steffi Lange die Schließung. Doch der Jugendclub soll noch eine zweite Chance bekommen. Die Schließung sei nur befristet, erzählt Gallschütz. Bis Ende des Jahres sollen die Türen zu bleiben, ab Januar dann nur noch zwei Tage die Woche öffnen.

Jugendclubs in Gefahr

Doch mit dem nächsten Frühjahr sieht sich die Gemeindeverwaltung mit einem weiteren Problem konfrontiert. Denn der vom Bund finanzierte Kommunal Kombilohn-Vertrag von Monika Teige, die den Jugendclub Prausitz betreute und jetzt in der Kindertagesstätte Sonnenschein aushilft, läuft zum 31.März 2012 aus – ebenso bei Elke Wendorf, der Betreuerin des stark frequentierten Jugendclubs in Mehltheuer.

Zwei neue Stellen zu schaffen, ist für die Gemeinde finanziell nicht möglich. Bürgermeisterin Christine Gallschütz hofft, wenigstens den Posten in Mehltheuer mit einer Kraft aus dem Bundesfreiwilligendienst besetzen zu können.

Steffi Lange, die den Jugendclub Bahra fünf Tage die Woche betreut, soll die zwei Tage in Prausitz mit abdecken, so der Plan der Gemeindeverwaltung. Lange ist seit 2006 fest bei der Gemeinde angestellt und damit ein kostengünstiger Ersatz. Wie das jedoch funktionieren soll, ohne dem Jugendclub in Bahra zu schaden, ist unklar. Und so bleibt Steffi Lange nichts anderes übrig als abzuwarten und mit ihren Schützlingen weiter Weihnachtssterne und Schneemänner zu basteln. Die sollen nämlich am Sonnabend auf dem Prausitzer Weihnachtsmarkt verkauft werden.

Der Jugendclub Bahra (Neuhirschsteiner Straße 10) öffnet Montag bis Freitag 15 bis 20Uhr.