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Jugendarbeit muss auf zwei Stellen verzichten

Der Kreis halbiert die geplanten Kürzungen. Das rettet manchen Verein vor dem Nichts.

Von S. Beutler und G. Wandt

Löbau/Zittau. Der Landkreis nimmt die Hälfte der beabsichtigten Kürzungen bei der vorbeugenden Jugendarbeit zurück. Statt vier sollen nur zwei Stellen weniger bei Vereinen und Organisationen gefördert werden. Davon profitieren unter anderem die Hillersche Villa mit ihrem Projekt Laterna Futuri in Großhennersdorf sowie das Ostritzer Vereinshaus Alte Schule und dessen Jugendberatung. Sie erhalten je eine halbe Stelle gefördert, wo es zunächst gar kein Geld geben sollte.

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Trotz der erzielten Verbesserungen hielt der Landkreis an seiner Linie fest, dass mit den jetzt 44 geförderten Stellen der Bedarf an vorbeugender Jugendarbeit gedeckt wird. Das war im Vorfeld angezweifelt worden. Die wichtigsten Ziele sind Unterstützung von Familien, Entwicklung von Sozialkompetenzen bei benachteiligten oder gefährdeten Jugendlichen. Allerdings richten sich die Angebote im Landkreis an alle Jugendlichen. „Wir machen Jugendarbeit für alle“, sagte Elke Drewke vom Jugendamt, „nicht nur für benachteiligte“. Landrat Bernd Lange mahnte, mit den Steuermitteln verantwortungsbewusst umzugehen. Er wehrte sich gegen den Vorwurf, linear gekürzt zu haben. Stattdessen habe die Verwaltung Schwerpunkte gesetzt.

Aus Löbau-Zittau gab es 21 Projektanträge, von denen der C4-Jugendtreff im Oberland und der Holzhof der Hillerschen Villa in Zittau leer ausgehen. Aber auch bei den übrigen Projekten bleiben die Zusagen teils deutlich hinter den Forderungen zurück. Unterstützt werden im Südkreis die Hillersche Villa mit zwei Projekten, das Berufsbildungszentrum Bautzen für drei Jugendprojekte in Zittau, der Zittauer Kinderschutzbund für Familienarbeit, das Querxenland Seifhennersdorf für sein Spielmobil, CJD und CVJM für Jugendarbeit in Löbau, das IBZ Marienthal für Familienbildung, das Kinderland Sachsen in Neugersdorf für Familienarbeit, die Zittauer Bildungsgesellschaft für ihre Beratungsagentur, der IB für seine Jugendberatung in Ebersbach, das Diakonische Werk für eine Jugendberatungsstelle, die Zittauer St.-Johannis-Kirchgemeinde für ihr Jugendzentrum und die Lebenshilfe für die Bernstädter Begegnungsstätte Sonnenhügel. Eine Ausnahme stellt der Zittauer Domino-Verein dar. Er bekommt etwas mehr Geld als beantragt, weil sein Jugendhilfezentrum nahe beim Asylbewerberheim liegt, und ihre Arbeit dorthin ausstrahlen soll.

Vor der Abstimmung stellte der Direktor des Amtsgerichtes Weißwasser, Martin Hinrichs, allerdings die Grundsatzfrage. Er sah in den Planungen und den Zielen, die der Kreis mit der Jugendarbeit erreichen will, nur „Geschwafel und leere Blasen.“ Der Bedarf seit nicht definiert worden. „Wir wissen immer noch nicht, ob in Weißwasser Hausaufgabenhilfe fehlt oder doch eher in Zittau“, sagte er. „Alle machen irgendwas, politisches Handeln sehe ich darin nicht“, erklärte er. Trotzdem vergab der Ausschuss anschließend die 2,2 Millionen Euro an die Vereine und Organisationen, die nun in den nächsten drei Jahren die Jugendarbeit für den Kreis leisten werden. Allerdings wird es im Dezember eine Initiative der Linkspartei geben, weitere Mittel im Nachtragshaushalt einzustellen, so dass auch die zwei jetzt gestrichenen Stellen erneut vergeben werden können.