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Pirna

Jugendcamp übernachtet an der Elbe

Boofen ist im Nationalpark derzeit verboten. Eine Gruppe aus Berlin brauchte daher einen Plan B – für über 50 Personen.

Mehr als 50 Teilnehmer eines Jugendcamps haben am Wochenende in Schmilka an der Elbe im Freien übernachtet. Die Aktion erntet nun Kritik.
Mehr als 50 Teilnehmer eines Jugendcamps haben am Wochenende in Schmilka an der Elbe im Freien übernachtet. Die Aktion erntet nun Kritik. © Mike Jäger

Mit mehr als 50 Personen zum Boofen in die Sächsische Schweiz: Diesen Plan verfolgte am vergangenen Wochenende eine Gruppe aus Berlin. 

Insgesamt 48 junge Erwachsene, die dieses Jahr Jugendweihe feierten, und sechs Betreuer waren zu Besuch im Nationalpark – und wollten auch über Nacht bleiben. Die Berliner hatten sich dafür die Boofe am Schwarzen Horn in der Nähe der Rübezahlstiege im Heringsgrund ausgeguckt. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit gilt aktuell jedoch ein nächtliches Betretungsverbot für den Wald. Auch das Boofen im Elbsandsteingebirge ist damit derzeit verboten.

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Die Jugendlichen, die zu einem Bildungswerk gehören, wussten davon. Die Reise, die seit einem Jahr geplant ist, wollten sie dennoch nicht absagen. So berichten es Anwohner von Schmilka, die der Gruppe am Wochenende begegnet sind. Die Jugendlichen suchten wegen der Waldsperrung eine Alternative zum Boofen. Und fanden diese auf den Elbwiesen nahe des Fähranlegers. Dort schlugen die mehr als 50 Teilnehmer ein Nachtlager mit Isomatten und Schlafsäcken auf – und sorgten damit für Aufsehen in Schmilka.

Die Elbwiesen in der Sächsischen Schweiz gehören zum Landschaftsschutzgebiet. Dort zu zelten, ist verboten, unter freiem Himmel zu übernachten dagegen ist gestattet. Somit hat die Gruppe streng genommen nichts Verbotenes getan. Das Nachtlager an der Elbe hat dennoch einen Beigeschmack. Nicht nur wegen der Gruppengröße. „Wo sind die Jungendlichen denn beispielsweise austreten gegangen?“, fragt Hanspeter Mayr, Sprecher der Nationalparkverwaltung in Bad Schandau.

Er sieht den Aufenthalt der Jugendlichen äußerst kritisch. Über den Plan, mit mehr als 50 Personen in der Sächsischen Schweiz boofen zu wollen, hat Mayr nur ein Kopfschütteln übrig. „Das ist unverantwortlich der Natur gegenüber“, sagt er. Im Nationalpark ist es generell verboten, zu zelten oder im Freien zu übernachten.

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Mit Ausnahme der Boofen. Knapp 60 dieser ausgewiesenen Freiübernachtungsstellen gibt es in der Sächsischen Schweiz. Der Nationalpark leidet seit Jahren unter der wachsenden Anzahl von Boofern. Je mehr die Schlafstellen frequentiert sind, desto höher die Belastung für die Natur. Denn nicht alle Naturliebhaber halten sich an die strengen Regeln, die für die Übernachtung im Freien gelten. Dazu gehört beispielsweise, den eigenen Müll mitzunehmen. Auch Feuer darf nicht gemacht werden.

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