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Jugendclub mit Badestelle

Das neue Vereinsheim der „Jugendkultur Weixdorf“ befindet sich im ehemaligen Waldbad und wird gerade saniert.

© Thorsten Eckert

Von Rainer Könen

Weixdorf. Steve Grünberg und die anderen Mitglieder seines Vereines, der Jugendkultur Weixdorf, sind in diesen Tagen schwer beschäftigt. Und viele der derzeit 46 Mitglieder werden das wohl auch in den kommenden Wochen und Monaten sein, werden viel von ihrer freien Zeit opfern, an manchen Wochentagen und Wochenenden mithelfen, damit es bald fertig ist, das neue Vereinsheim. Das sich dort befindet, wo die Jugendkultur alle zwei Jahre zum mittlerweile legendären Hitzefrei-Festival einlädt: ins Weixdorfer Waldbad.

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„Wir sind so froh, dass wir hier eines der leer stehenden Gebäude für unsere Zwecke umgestalten dürfen“, freut sich der 29-jährige Steve Grünberg. Man habe die Erlaubnis der Dresdner Bädergesellschaft bekommen, so Steve Grünberg. Diese hatte ja nun das Weixdorfer Bad, das zu den größten Bädern Dresdens gehört, zu einer offenen Badestelle erklärt. Grünberg ist, wie man so gemeinhin sagt, ziemlich „happy“. Was aber auch kein Wunder ist, denn der Verein, der in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen feiert, hat nun endlich ein Zuhause, ein festes Domizil.

Zweites Zuhause gefunden

In den vergangenen Jahren habe man sich entweder im Bad oder sonst wo getroffen, so der frühere Vereinschef Grünberg, der zu den Gründungsmitgliedern gehört. Das ist nun passé. Jetzt können sie die Vorbereitungen fürs Hitzefrei-Festival, welches alle zwei Jahre durchgeführt wird, und auch für die anderen kleinen geplanten Feste, sozusagen vor Ort und hautnah begleiten. Gegenwärtig sind vor allem die handwerklich begabten Vereinsmitglieder gefordert. Zuerst habe man in dem Gebäude ein Büro eingerichtet, „ist ja für einen Verein immens wichtig“.

In diesen Tagen soll der nächste Raum fertig sein. Eine Küche samt einer Bar. Danach wolle man in dem Gebäude einen Saal schaffen, wo man die Vereinstreffen abhalten könne. „Wir haben hier jetzt unser zweites Zuhause gefunden“, ist Grünberg glücklich. Das Gefühl, endlich einen festen Anlaufpunkt zu haben, mache alle Jugendkultur-Mitglieder froh. Und dass dieser Anlaufpunkt ausgerechnet im Waldbad Weixdorf liegt, „ist besonders toll“, so der 29-jährige Grünberg. Jetzt habe man auch eine andere Perspektive, einen anderen Blickwinkel auf das Geschehen im Waldbad, findet er.

In den Jahren zuvor hatte der Verein sich in der Vorbereitung des Festivals mit Sponsoren häufig außerhalb des Bades getroffen, wie Grünberg schildert. Neulich habe man einen Sponsor für das kommende Festival (26. bis 28. Juli 2019) ins Waldbad Weixdorf eingeladen. Grünberg: „Der Vertreter einer renommierten Brauerei war begeistert vom Bad, auch von unserer neuen Location.“ Und dabei ist die noch unfertig. Aber gemach. Farblich gesehen, haben die Jugendkultur-Mitglieder jedoch wohl nicht viel Spielraum, nimmt Steve Grünberg an. „Die Gebäude stammen alle aus der Zeit, als das Bad gebaut wurde, da geht es wohl auch um Denkmalschutz“, so der gebürtige Weixdorfer.

Vor arbeitsreichen Monaten

Das Bad hat ja auch schon einige Jahre auf dem Buckel. Gebaut wurde es 1906 und nach seinem Initiator Prinz Hermann von Schönburg-Waldenburg als Prinz-Hermann-Bad benannt. Zu DDR-Zeit wurde das Freibad als Volksbad genutzt, später bekam es dann seinen heutigen Namen Waldbad Weixdorf. Zu seinen Hochzeiten wurde die Anlage von über 200 000 Badegästen besucht, etwa zehnmal so viele wie heute. Wer sich in dem über hundert Jahre alten Bad umschaut, sieht, dass an den Gebäuden die Farbe weiß-braun dominiert. Da müsse man auf die grün-blauen Vereinsfarben sicher verzichten, so Steve Grünberg.

Dieser Sommer, die nächsten Monate bis zum Jahresende dürften für die Mitglieder eine sehr arbeitsintensive Zeit werden. Grünberg: „Klar würde man jetzt im Sommer auch mal was anderes in der Freizeit machen“. Baden etwa. Aber das sei hier im Waldbad kein Problem. Erst arbeiten und dann ins kühle Nass springen.

Die offizielle Eröffnung des neuen Domizils ist im kommenden Frühjahr geplant. Bereits jetzt zeigt sich, dass das neue Vereinsheim der Weixdorfer Jugendkultur eine gewisse Sogwirkung hat. „Es haben sich in den vergangenen Wochen schon zwei junge Frauen bei uns angemeldet“. Die, so Steve Grünberg, hätten ihm gesagt, dass sie es cool fänden, so einen Jugendclub im Bad.