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Jugendfeuerwehr löscht Haus

Weit offen standen die Tore am Wochenende am modernen Gerätehaus der Radeberger Feuerwehr am Bruno-Thum-Weg. Die Kameraden hatten zum Tag der offenen Tür eingeladen. Einmal im Jahr ist das der Fall. Zahlreiche...

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Von Rudolf Scheibe

Weit offen standen die Tore am Wochenende am modernen Gerätehaus der Radeberger Feuerwehr am Bruno-Thum-Weg. Die Kameraden hatten zum Tag der offenen Tür eingeladen. Einmal im Jahr ist das der Fall.

Zahlreiche Besucher kamen, erlebten Technik-Vorführungen, schauten sich in Haus und Gelände um, ließen sich auch mit Speisen und Getränken verwöhnen.

Der Vormittag begann mit den „Herbstspritzen-Wettkämpfen“. Bereits zum vierten Mal gibt es diesen Wettstreit. Eigentlich fanden die Wettkämpfe bisher immer im Oktober statt, aber diesmal hatte man sie ins Programm zum Tag der offenen Tür genommen. Und herbstlich war der Tag vom Wetter her ja sowieso.

Sechs Mannschaften gingen an den Start. Es waren zwei Radeberger Mannschaften, dazu die Feuerwehren aus Neukirch bei Kamenz, aus Lauta-Stadt, aus Schwepnitz sowie aus Großerkmannsdorf. Der Wettkampf wurde als Löschangriff ausgetragen. Dabei mussten die Feuerwehrleute aus einem großen Behälter Wasser über eine Strecke von mehr als 90 Metern befördern, dort zwei Zielbehälter mit je zehn Liter Wasser durch zwei Spritzen befüllen. Keine leichte Aufgabe, wie sich herausstellte. Nach dem Startkommando warfen die Männer jeweils die Tragkraftspritze an, dann legten sie eine lange B-Schlauchleitung an, schlossen über einen Verteiler zwei C-Schläuche und Strahlrohre an – und es wurde gespritzt bis die Zielbehälter gefüllt waren. Kampfrichter nahmen die Zeiten, und Oberbrandmeister Siegfried Jährig sorgte für den genauen Ablauf. Jeweils sieben Feuerwehrleute gehörten zu einer Mannschaft.

Die Zuschauer feuerten die Teilnehmer mächtig an. Natürlich ging nicht immer alles glatt. Bei der Lautaer Mannschaft zum Beispiel versagte die Tragkraftspritze, nach dem Auslegen der Schläuche kam einfach kein Wasser an. Die Mannschaft erhielt aber am Ende eine zweite Chance.

Sieger und Pokalgewinner wurde die Mannschaft Radeberg I mit einer Zeit von 40,6 Sekunden. Den zweiten Platz belegte der Vorjahressieger, das Team aus Neukirch mit 41,97 Sekunden. Das war übrigens eine gemischte Mannschaft, bestehend aus Frauen und Männern. Auf Platz drei kam Radeberg II mit 47,66 Sekunden. Auch die Jugendfeuerwehr aus Grünberg schaute bei dem Löschangriff zu, um einmal solch einen Wettkampf kennen zu lernen.

Am Nachmittag erlebten die Besucher mehrere Vorführungen von Feuerwehrtechnik. So wurde die technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall mit einem Pkw demonstriert. Außerdem stellte die Radeberger Feuerwehr das neue First Responder-Fahrzeug für die Erste-Hilfe-Leistung vor und demonstrierte den Einsatz von Hebekissen. Die Radeberger Jugendfeuerwehr zeigte einen Löschangriff, bei dem spektakulär ein als Lackiererei mit Spraydosen und Putzlappen eingerichtetes kleines Holzhaus in Brand gesetzt und gelöscht wurde.

Aber auch rund um die Übungen war viel los. Es gab Rundfahrten mit dem Feuerwehrauto, Kinderspiele, die Ziehung der Hauptpreise des Rätsels zum Radeberger Altstadtfest und manches mehr.

Am Abend verwandelte sich das Gerätehaus in einen Tanzsaal. Die Großerkmannsdorfer Condor-Diskothek sorgte für die Musik und beste Stimmung.

In diesem Jahr

schon 128 Einsätze

Zum Tag der offenen Tür zeigten die Feuerwehrleute bei Übungen ihr Können. Aber oft ist es ernst. Wie von Wehrleiter Gert Schöbel zu erfahren war, wurden in diesem Jahr schon 128 Einsätze zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung notwendig. Sonst sind es pro Jahr etwa 110 bis 120, die Zahl ist jetzt schon überschritten. Vergangenes Jahr waren es bedingt durch das Jahrhundert-Hochwasser 184 Einsätze. 40 aktive Feuerwehrkameraden versehen in der Radeberger Wehr derzeitig ihren Dienst. Dazu kommen noch 18 Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung sowie 20 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr mit Annett Hantschmann als Jugendfeuerwehrwartin.