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Ein Geweih für den Jugendklub

Das Klubgebäude wird von einem Graffiti geschmückt. Das entstand ganz legal und freut sogar die Stadtverwaltung.

Von Tim Kästner

Mit leichter Hand und einer Flasche roter Sprühfarbe verpasst Sebastian Girbig dem Hirsch das Geweih. Ein paar letzte Striche fehlten noch. „Jetzt bist du dran“, sagt er und gibt die Spraydose an Steffanie Richter weiter. Die Chefin des Jugendklubs Hirschbach ist baff. Im ersten Moment weiß sie nicht so recht, was sie damit anfangen soll. Doch nachdem sie einige Striche auf der Wand gezogen hat, gewinnt sie an Sicherheit. So wie ihr geht es auch den anderen Jugendlichen des Klubs. Das zuerst nur in leichten Rottönen vorgezeichnete Bild auf der Fassade gewinnt an Form und Farben. Schon nach wenigen Stunden Arbeit des Profis und seiner Helfer vom Jugendklub ist das Hirsch-Bild fertig und strahlt voller Farbenpracht von der Giebelseite des Klubgebäudes herunter.

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Die Idee, ein Graffiti auf die Fassade des Gebäudes zu sprühen, hatten die Jugendklubmitglieder und die Mitarbeiter von Pro Jugend. Es stand schnell fest, dass es ein Hirsch werden sollte, denn schließlich steht das Klubhaus in Hirschbach und der Hirsch ist hier auch das Wappentier. Doch die Realisierung der Idee hatte einen Haken. Sie kostet Geld. Viel Geld, das der Jugendklub nicht hat. Sandra Schöne und Yvette Smoha von Pro Jugend wussten auch darauf eine Antwort. Bei der deutschen Kinder- und Jugendstiftung könnte man eine Finanzspritze beantragen. Gesagt, getan. Mithilfe von Pro Jugend bewarb sich der Jugendklub bei der Stiftung. Dann hieß es abwarten. Am 15. März fiel die Entscheidung in Dresden. Die Klubleitung war zufrieden. Ihr wurden 1 950 Euro zugesprochen. Danach ging es wieder an die Organisation. Pro Jugend kontaktierte den Graffitikünstler Sebastian Girbig. Er sollte den Jugendlichen beibringen, wie man mit den Sprühdosen umgeht. Dann wurde ein Termin vereinbart, an dem er zusammen mit den Jugendlichen die Giebelwand nach einem Entwurf, den er vorher mit ihnen erarbeitet hatte, gestalten sollte. 600 Euro kostet der von der Stiftung finanzierte Workshop. Genehmigt wurden dem Jugendklub insgesamt 1 950 Euro. Die verbleibenden 1 300 Euro sind für einen Tag der offenen Tür eingeplant. Dieser wird im Spätsommer stattfinden. Neben einer kleinen Feier wird es dabei eine kleine Ausstellung mit Bildern der letzten Aktionen geben, an denen der Jugendklub teilgenommen hat.

Unser Autor ist Mitglied im Jugendklub und absolviert zurzeit ein Praktikum in der Dippser SZ-Lokalredaktion.