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Riesas Jugend saniert die Rumpelkammer

Die ehemalige Kneipe soll zum Treffpunkt für Jugendliche umgebaut werden. Jetzt gab es den ersten Arbeitseinsatz.

Freiwillige Helferinnen bei der Arbeit: Jugendliche haben in dieser Woche mit dem Umbau der Rumpelkammer zum Jugendladen begonnen. Hinter der Theke ist eine kleine Küche geplant.
Freiwillige Helferinnen bei der Arbeit: Jugendliche haben in dieser Woche mit dem Umbau der Rumpelkammer zum Jugendladen begonnen. Hinter der Theke ist eine kleine Küche geplant. © Sebastian Schultz

Riesa. Von wegen, Handwerken ist Männersache: Als in dieser Woche die Umbauarbeiten in der früheren Rumpelkammer begannen, standen ausschließlich Mädchen auf der Matte und packten mit an. Etwas mehr als ein halbes Dutzend Jugendliche trafen sich am Montag und Dienstag, um die lange Zeit als Bar genutzte Immobilie auf Vordermann zu bringen - und damit den ersten Schritt zu machen, um die Bar zum Jugendtreff umzubauen. 

"Die Mädels sind schon motiviert bei der Sache gewesen", sagt Gunnar Hoffmann. Der Riesaer Stadtrat sitzt auch in der Jury von Ab in die Mitte; das Vorhaben "Jugendladen Riesa" hatte bei dem Wettbewerb im vergangenen Jahr gewonnen. Gemeinsam mit Diana Weishaupt vom Riesaer Amt für Schule, Bildung und Soziales war Hoffmann mit vor Ort, um die jungen Bauhelferinnen anzuleiten und zu helfen. Am Montag habe es außerdem noch einen erwachsenen Helfer gegeben, der spontan gesagt hatte, er wolle den Aufbau des neuen Jugendtreffs am Alexander-Puschkin-Platz unterstützen. 

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Rückzugsraum für Hausaufgaben

Gemeinsam wurden in den beiden Tagen etwa Zwischenwände abgebaut, andere Wände neu beplankt und der Thekenbereich verändert. "Der Tresen soll noch ein Stück verkürzt werden", erklärt Diana Weishaupt. Dort soll später ein kleiner Küchenbereich entstehen. Auch ein Rückzugsraum, in dem Hausaufgaben gemacht oder private Gespräche geführt werden können, ist geplant. Was die Fläche in Richtung Puschkinplatz angeht, haben die am Umbau beteiligten Mädchen klare Vorstellungen geäußert: "Der Platz soll frei bleiben, damit sie auch mal tanzen können", sagt Gunnar Hoffmann und grinst. 

Bei den Arbeiten wurde auch Material wiederverwertet. Aus alten Balken will Gunnar Hoffmann (Foto) eine Garderobe bauen. 
Bei den Arbeiten wurde auch Material wiederverwertet. Aus alten Balken will Gunnar Hoffmann (Foto) eine Garderobe bauen.  © Sebastian Schultz
Ein kleiner abgetrennter Raum in der früheren Kneipe soll beibehalten werden. Er könnte als Rückzugsbereich dienen - zum Beispiel zum Hausaufgaben machen. 
Ein kleiner abgetrennter Raum in der früheren Kneipe soll beibehalten werden. Er könnte als Rückzugsbereich dienen - zum Beispiel zum Hausaufgaben machen.  © Sebastian Schultz
Auf der Fläche vor den Fenstern Richtung Puschkinplatz wünschen sich die Jugendlichen einen kleinen Bereich, in dem auch mal getanzt werden kann. Ein echter Partyraum soll der Jugendladen aber nicht werden. 
Auf der Fläche vor den Fenstern Richtung Puschkinplatz wünschen sich die Jugendlichen einen kleinen Bereich, in dem auch mal getanzt werden kann. Ein echter Partyraum soll der Jugendladen aber nicht werden.  © Sebastian Schultz

Als Partyraum allerdings soll die ehemalige Bar nicht genutzt werden, das hatte die Stadtverwaltung schon Anfang des Jahres erklärt. Der Jugendtreff soll nur bis 20 Uhr geöffnet bleiben. Wie er einmal genau heißen soll, wenn er fertig ist, das ist noch offen. Unter dem anfangs gebrauchten Begriff des Riesaer Jugendladens könne man sich nicht viel vorstellen, räumt auch Diana Weishaupt ein; zuletzt hatte auch die Stadtverwaltung des öfteren den Begriff "Jugendcafé" verwendet. Wichtiger als der Name allerdings sei der "Do-it-yourself"-Charakter des Treffpunkts: Das Jugendcafé soll von den Jugendlichen so weit wie möglich selbst organisiert und "verwaltet" werden. Da ist es nur passend, dass sie auch beim Umbau zumindest einige Teilarbeiten übernehmen. 

Angelegt ist das Jugendladen-Projekt erst einmal auf fünf Jahre. Danach will die Verwaltung schauen, ob es funktioniert. Bei früheren Jugendklubs in Riesa habe nämlich immer der Generationswechsel nicht so richtig geklappt, sagt Diana Weishaupt. "Man hat anfangs immer eine motivierte Truppe, aber irgendwann sind die raus." Das macht sich jetzt schon bemerkbar: Einer der ersten Initiatoren des Projekts ist jetzt schon weggezogen. Grund genug also, endlich loszulegen. 

"Eigentlich hilft jede Schraube"

Von dem Fördergeld, das das Projekt bei Ab in die Mitte gewonnen hat, musste bislang übrigens noch nicht viel ausgegeben werden. Teilweise wurde vorhandenes Material wiederverwertet - aus alten Balken beispielsweise soll eine Garderobe entstehen. Und teilweise halfen auch Spender und andere Unterstützer dem Projekt. "Die AGV hat uns zum Beispiel etwas Werkzeug zur Verfügung gestellt." Die eine oder andere Spende könnte das Projekt aber sicher noch gut gebrauchen, sagt Gunnar Hoffmann. Denn das Gros der Umbaukosten kommt erst noch: Weil die Räume eine neue Nutzung bekommen, muss zum Beispiel eine neue Brandschutzdecke eingezogen werden. "Eigentlich hilft jede Schraube." 

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich zur Koordinierung bei Diana Weishaupt im Amt für Schulen, Bildung und Soziales unter Telefon 03525 700482 melden.

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