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Jugendliche entdecken Berufe

Der Berufsinformationstag bietet Schülern Einblick in Job-Möglichkeiten der Region. Doch es wird nicht nur geredet.

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Das Döbelner Friseurteam von „Friseure Central“ bietet die Möglichkeit zum Haarschnitt an einer Puppe. Sara, Jeremy, und Jenny aus Hartha bekamen von Vivien Mai (links) viele nützliche Tipps.
Das Döbelner Friseurteam von „Friseure Central“ bietet die Möglichkeit zum Haarschnitt an einer Puppe. Sara, Jeremy, und Jenny aus Hartha bekamen von Vivien Mai (links) viele nützliche Tipps. © Lutz Weidler

Von Erik-Holm Langhof

Hartha. Mehr als 600 Besucher strömten am Sonnabend in die Hartharena. Mit zahlreichen Firmen und Arbeitgebern hatten die drei Oberschulen aus Waldheim, Leisnig und Hartha zuvor zum diesjährigen Berufsinformationstag (BIT) geladen.

74 Aussteller präsentierten sich in der Zeit von 9 bis 13 Uhr vor Ort und erklärten den Jugendlichen und Eltern nicht nur, welche Ausbildungsmöglichkeiten es im eigenen Betrieb gibt, sondern gaben zum Teil den Interessierten auch die Möglichkeit, direkt einmal Hand anzulegen.

Zum Beispiel an den Modellpuppen vom Friseur Central aus Döbeln. Sara, Jeremy, und Jenny aus Hartha konnten sich so direkt selbst an einem Haarschnitt probieren. Tipps und Tricks, wie es im Alltag besser funktioniert, bekamen sie von der Auszubildenden im dritten Lehrjahr Vivien Mai. „So einfach, wie es meist aussieht, ist es nicht“, sagt sie lachend. Und das zeigt sich auch bei den Probanden, die mit den Puppen als Testmodell zu kämpfen haben. Doch nicht nur als Friseur können sich Besucher ausprobieren.

Im Simulator Gabelstapler fahren

Auch am Stand von „Bau Bildung Sachsen“ sitzt ein Mitarbeiter, der Schülern an einem Fahrsimulator zeigt, wie ein Gabelstaplerfahrer arbeitet. Tom-Louis und Marie aus Döbeln probieren den nicht ganz leichten Fahrsimulator auch aus. Während Marie interessiert zuschaut, meint der Junge: „Das ist kein Job, der mir tagtäglich Spaß machen würde.“ Die beiden Jugendlichen aus der 9. Klasse sind zum ersten Mal beim Berufsinformationstag und sind überrascht über die zahlreichen Angebote, die es in der Region gibt. Tom-Louis sei vor allem an der Arbeit der Polizei interessiert, wie er sagt. „Ich habe mich über die Polizeiarbeit allgemein, die Aufgaben, aber auch die Zukunftsmöglichkeiten informiert.“ Die Aussichten seien gar nicht schlecht und der Schüler wolle nach seinem Abschluss versuchen alle Tests zu schaffen, um in den Staatsdienst zu kommen. „Vor allem der Sporttest ist aber eine große Herausforderung“, meint der Döbelner.

Marie hingegen zieht es zu den klassischen Männerberufen. Beim Infotag schaut sie bei Ständen wie der EGH Elektro oder Mercedes vorbei. Ihr macht es Freude, an Autoteilen rumzuschrauben oder zu versuchen, defekte Elektrogeräte wieder zu reparieren. „Ich war nie interessiert an sozialen Berufen wie im Kindergarten oder in der Schule“, sagt die 15-Jährige. „Mir hat alles Spaß gemacht, was mit Schrauben und Werkzeug zu tun hatte.“ Später einmal wolle sie bei einem Autobauer arbeiten oder in einer Werkstatt arbeiten. Zuvor will die Schülerin allerdings noch das Abitur absolvieren. Die Messe sei jedoch eine Hilfe gewesen, um „einmal die Angebote zu sehen.“

Sperrung bringt mehr Parkplätze

Insgesamt hätte sich der Berufsinformationstag auch dieses Mal wieder sehr gelohnt, wie Praxisberaterin Marlene Junghanns berichtet. „Wir haben sehr viel Lob von Besuchern und den Firmen bekommen. Das zeigt uns, wie wichtig die Veranstaltung ist.“ Durch die standardisierten Präsentationen sei ausreichend Platz für die Aussteller und somit auch eine breite Auswahl möglich gewesen. Zudem seien die Aussteller sehr ausgeglichen besucht worden. „Erfreulich ist auch, dass die Sperrung der Straße in eine Richtung uns noch einmal mehr Parkplätze gebracht hat“, erklärt Junghanns. Sie wolle mit ihren Kollegen nun in den kommenden Wochen die Rückmeldungen auswerten und die kommende Veranstaltung besprechen.