SZ +
Merken

Jugendliche überfallen

Kriminalität. Zwei Jungen aus Görlitz wurden nach einem Reggae-Konzert in Zgorzelec ausgeraubt.

Teilen
Folgen

Von Cornelia Sommerfeld

Die Tat ereignete sich bereits am Pfingstwochenende. Die beiden 17-Jährigen waren im Anschluss an ein Reggae-Konzert im Dom Kultury auf dem Rückweg in Richtung Grenze von zwei Unbekannten auf Polnisch angesprochen und nach der Uhrzeit gefragt worden. „Als wir die Uhren zeigten, wollten die beiden sie haben“, erzählt Tom, einer der beiden Geschädigten. Die Angreifer hätten sie geschlagen und getreten, Hosentaschen und Rucksäcke durchsucht. Sie entwendeten jeweils zehn Euro und zehn Zloty.

Zur Polizei gingen die Jungen erst fünf Tage später, allerdings nicht nach Zgorzelec, sondern auf das Revier in Görlitz. „Der Tatort ist Polen, liegt also außerhalb des deutschen Strafgesetzbuches“, erläutert Polizeisprecher Uwe Horbaschk. „Trotzdem empfehlen wir, auch hier eine Anzeige zu erstatten, zum Beispiel aus versicherungsrechtlichen Gründen.“ Auch wenn der polnischen Polizei der Vorfall nicht gemeldet wurde, leite die deutsche Staatsanwaltschaft das Verfahren an Polen weiter. Besser wäre es aber trotzdem, zusätzlich in Polen Anzeige zu erstatten. Vor kurzem seien zwei weitere Raubüberfälle auf Deutsche in Boleslawiec (Bunzlau) und in Jelenia Góra (Hirschberg) gemeldet worden.

„Ich kann nicht sagen, dass es nicht sicher ist, rüberzugehen“, sagt Tom. „Aber nur drei Sicherheitsleute bei der Veranstaltung sind zu wenig.“ Trotz Angriffen auf Deutsche bei früheren Konzerten sei keine Polizei vor Ort gewesen.