merken
PLUS Hoyerswerda

Jugendstadtrat bittet zur „Wahlparty“

In zwei weiteren Runden präsentierten sich die fünf Oberbürgermeisterkandidaten.

Politisches Donnerstagsgespräch in Bröthen: Jugend- und Dorfclub luden ein und Interessierte waren zahlreich erschienen, um die Kandidierenden zu erleben.
Politisches Donnerstagsgespräch in Bröthen: Jugend- und Dorfclub luden ein und Interessierte waren zahlreich erschienen, um die Kandidierenden zu erleben. © Foto: Gernot Menzel

Hoyerswerda. Zum einen hatte der Dorfclub Bröthen-Michalken gemeinsam mit dem Jugendclub Bröthen am Donnerstag in den Ortsteil eingeladen. Am Freitag fand eine „Wahlparty“ im Sommergarten der KulturFabrik statt. Die jüngste relevante (Wähler-)Gruppe – genauer der Jugendstadtrat (Justra) – veranstaltete die Runde unterstützt vom Internationalen Bund.

Moderiert von den Justra-Mitgliedern Maximilian Rother und Agnes Buder durften die Kandidierenden nach einer kurzen Einführung ihre wichtigsten Themen benennen. Prägnant wurde auf den Punkt gebracht, was alle möchten. Dorit Baumeister sieht, dass Hoyerswerda die Chance hat, ein Vorreiter zu werden. Dirk Nasdala sieht ähnliches Potenzial für die gesamte Region. Es fallen Worte wie Modell- und Wachstumsregion. Marco Gbureck bekräftigt hingegen, dass „noch so ein Strukturwandel nicht passieren darf“. Claudia Florian betont ihre Freude an der Mitgestaltung und die Erfahrung der letzten Jahre. Torsten Ruban-Zeh möchte hinaustragen, was er hier, neben einer Heimat, gefunden hat und an dieser Stadt schätzt.

Küchen-Profi-Center Hülsbusch
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!
Nichts anbrennen lassen und ab nach Weinböhla!

Schon Goethe wusste: Essen soll zuerst das Auge erfassen und dann den Magen. Das gelingt besonders gut in einer schicken neuen Küche. Jetzt zum Küchen-Profi-Center Hülsbusch und sich beraten lassen.

Im weiteren Gespräch werden verschiedene Themen angeschnitten. Zunächst durch die Moderation, später durch das Publikum. Es geht um Visionen, die Jugend, neue Wirtschaftszweige, Vereinsstrukturen. Oft herrscht Einigkeit, aber alle Kandidierenden setzen ihre eigenen Schwerpunkte, zeigen verschiedene Ideen und Lösungsansätze auf.

Dass von den Ortsteilen gelernt werden kann, bringt Torsten Ruban-Zeh ins Gespräch. Dort sind Traditionen verankert. Dass besonders die sorbische Kultur ein Alleinstellungsmerkmal sein kann, sieht Dirk Nasdala als Vorteil. Für Dorit Baumeister ist die Schrumpfung das größte Problem. Hoyerswerda sollte also künftig mit Lebensqualität punkten – das zieht Menschen an. Damit lassen sich, laut Dirk Nasdala, auch Fachkräfte gewinnen. Der Schwenk zu regenerativen Branchen folgt. Hier liegen Potenziale. Sei es beispielsweise Wasserstoff oder Hanfzellulose. Die Chancen des Industriegeländes Zeißig werden ins Spiel gebracht. Claudia Florian betont, dass man sich neuen Entwicklungen gegenüber nicht verschließen sollte. „Es ist spannend, was neue Technologien bringen“, steht auch für Torsten Ruban-Zeh fest. Bedenken in Hinblick auf den Kohleausstieg und die Entwicklung der Strompreise nach 2038 äußert Marco Gbureck. Seine Themen sind ein Freizeitpark, der Ausbildungs- und Arbeitsplätze schaffen soll und eine App für die Stadt. Er erhofft sich die Einbringung von Ideen durch Bürger. Überhaupt ist Bürgerbeteiligung allen wichtig. Auch die Jugend kommt wieder ins Spiel, denn der Jugendstadtrat würde gerne mehr gehört, mehr gefragt werden. Vielleicht sollte die Aufstellung des Gremiums überdacht werden, rät Dirk Nasdala. Claudia Florian ergänzt mit der Idee eines Kinder- und Jugendparlamentes, das bereits früher ansetzt.

Auch Dorit Baumeister sieht eine interessierte und engagierte Jugend. Dennoch ist Überalterung bei Vereinen ein Problem. Für Dirk Nasdala braucht es eventuell neue Formate, die sich den Lebensphasen junger Menschen anpassen. An Runden Tischen können Vereine und Ehrenamtliche zusammengebracht und unterstützt werden. Überhaupt sind Fördermöglichkeiten oft wenig bekannt – einen Newsletter kann sich Dorit Baumeister vorstellen. Mehr Wirtschaftsförderer könnten laut Marco Gbureck hier aushelfen.

Die geplante U18-Wahl im Anschluss wäre nicht repräsentativ, heißt es und wird abgesagt. Nancy Hauke, Regionalteam Internationaler Bund, verweist auf die Youtube-Videos, in denen sich die Kandidierenden den Fragen des Justra stellen.

Mehr zum Thema Hoyerswerda