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Juliane Myja lichtet selten Menschen ab

Das Herz ist ihr zwar nicht in die Hose gerutscht – aber aufgeregt war Juliane Myja gestern Abend mächtig. Die 24 Jahre junge Frau aus Pulsitz (Ostrau) hat im Kloster Buch ihre erste eigene Ausstellung gestaltet und sich dem Publikum dabei auch selbst vorgestellt.

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Von Heike Stumpf

Das Herz ist ihr zwar nicht in die Hose gerutscht – aber aufgeregt war Juliane Myja gestern Abend mächtig. Die 24 Jahre junge Frau aus Pulsitz (Ostrau) hat im Kloster Buch ihre erste eigene Ausstellung gestaltet und sich dem Publikum dabei auch selbst vorgestellt.

Freunde bescheinigen Talent

So viel Mut hat nicht jeder (Hobby-)Künstler. Die meisten überließen es bislang den Frauen vom Förderverein Kloster Buch als Gastgeberinnen, einige Wort zu dem jeweils Ausstellenden zu sagen. Juliane Myja hat sich für den Weg entschieden, der ein wenig Mut abverlangt. Doch genau so kennen Freunde die freundliche junge Frau.

Freunde und die Eltern waren es auch, die Juliane Myja immer wieder Mut machten und die Talente überhaupt erst bescheinigten. „Sicher, fotografiert habe ich schon lange. Doch im Urlaub in Bulgarien 2001 da hat sich etwas verändert. Ab da habe ich neue Perspektiven gesucht und dafür oftmals gewartet, bis die Menschen rundherum weg waren“, erzählt Juliane Myja. Wer das weiß, versteht auch, weshalb auf ihren Fotos kaum Menschen zu sehen sind, eigentlich gar keine. „Doch, ich mag Menschen schon. Aber ich finde, eine Kirche sieht einfach besser aus, wenn keine Leute in Tennissocken davor stehen“, begründet die 24-Jährige.

Ein bisschen ist sie schon in der Welt herumgekommen. Trotzdem hat sie für ihre erste Ausstellung vor allem Landschafts- und andere Naturaufnahmen ausgewählt, die in Deutschland entstanden sind. Einige davon auch im heimischen Garten in Pulsitz. Eine Bilderserie von der Baumblüte gehört dazu. Diese hübschen, teils detaillierten Aufnahmen schoss Juliane Myja im vergangenen Frühjahr. „Ich will zeigen, wie schön die Heimat ist“, erklärt die junge Frau.

Sie kann sich vorstellen, sich später an Portraits heranzuwagen. Dafür allerdings wünscht sie sich eine Spiegelreflex-Kamera – und darauf muss sich noch ein bisschen sparen. „Im Moment fotografiere ich mit einer kleinen Digitalkamera. Doch die Unterschiede sehe ich natürlich“, sagt die gelernte Diätassistentin, die sogar selbst als Model vor der Kamera steht.

Die Malerei gehört zu Juliane Myjas älteren Hobbys. Schon im Kindergarten- und Schulalter sei ihren Eltern immer wieder bescheinigt worden, dass die Tochter talentiert ist, gut zeichnen kann. Inzwischen malt sie Tiere und Menschen, Muscheln und schon mal einen Schädel, weil Anatomie sie fasziniert. „Ich bin fürs Realistische. Mit Ab-straktem kann ich nichts anfangen“, sagt sie. Nur ein Bild in dieser Richtung habe sie gemalt. Es zeigt ein Herz mit Flügeln. Warum? „Ganz einfach, weil ich verliebt war und bin“, gibt sie lächelnd zu.

Favorit durch Zufall entdeckt

Juliane Myja malt bevorzugt in Trockentechnik: mit Ölpastellkreide auf Velourspapier und Bleistift auf Transparentpapier. Aber sie kann auch Arbeiten in Acryl auf Leinwand vorweisen. Am liebsten greift sie zur Kreide. „Dabei habe ich die eher durch Zufall für mich entdeckt. Die Ölpastellkreiden waren ein Geschenk meiner Schwester“, erzählt sie.

Schon hin und wieder hat Juliane Myja überlegt, ob sie Kunst studieren soll. Doch auch da will sie lieber realistisch sein. „Ich glaube nicht, dass ich mit Kunst meinen Lebensunterhalt verdienen kann. Deshalb sollen Malerei und Fotografie doch eher Hobby bleiben und ein Ausgleich sein“, meint sie.