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Hoyerswerda

Jung-Bildhauer mit Enthusiasmus am Werk

Beim 12. Internationalen Bildhauersymposium in Hoyerswerda arbeiten auch Elftklässler an Skulpturen.

Jenna Martens
hat sich für ihr
Kunstwerk unter anderem von
Käthe Kollwitz
inspirieren lassen.
Jenna Martens hat sich für ihr Kunstwerk unter anderem von Käthe Kollwitz inspirieren lassen. © Gernot Menzel

Hoyerswerda. Jenna Martens schlägt ein menschliches Gesicht aus Sandstein – mit einer Hand vor einem Auge und einem Hundekopf im Vordergrund. Die Arbeit ist inspiriert von einer Käthe-Kollwitz-Grafik.

Jennas Mitschüler Francis Nix arbeitet ebenfalls an einem Kopf – umgeben von Oktopus-Armen. „Tiere hängen vom Menschen ab und Menschen genauso von Tieren“, findet der Schüler des Léon-Foucault-Gymnasiums. Die beiden Gymnasiasten gehören zu jenen Elftklässlern der Schule, deren Kunstkurs in dieser Woche beim Bildhauersymposium im Hoyerswerdaer Zoo tätig ist. Schon seit dem Schuljahresbeginn stand das Thema „Plastik, Skulptur, Objektkunst“ im Zentrum des Unterrichts bei Lehrerin Ines Lenke. Es war zunächst eine gedankliche Reise in die Geschichte des plastischen Gestaltens von der so ungefähr 30 000 Jahre alten „Venus von Willendorf“ bis hin zu abstrakter Kunst der Gegenwart. Das Angebot der Zoo, Kultur und Bildung gGmbH, gemeinsam mit Berufskünstlern im Zoo zu arbeiten, kam da gerade zur rechten Zeit. „So etwas Besonderes kann man gar nicht ausschlagen“, sagt Ines Lenke. 

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Für Material- und Verpflegungskosten gab Hoyerswerdas Rotary Club das nötige Geld, während die Schülerinnen und Schüler sich intensiv Gedanken zur Umsetzung des diesjährigen Symposiums-Themas „Humanimal – Mensch, Seele, Tier“ machten. Unter anderem zogen sie mit Fotoapparaten und dem von der KulturFabrik gestalteten Kunst-Stadtplan „Spur der Steine“ los, um sich mit Skulpturen zu befassen, die bei den Symposien zwischen 1975 und 1989 entstanden sind. Jenna zum Beispiel sah sich im WK II sehr intensiv Jerzy Sobocinskis „Glück des Kindes“ sowie Fuad Salajews „Mutter und Kind“ an. Francis fand im Park am King-Haus den „Aufbruch“ von Symposiums-Vater Jürgen von Woyski faszinierend: „Das ist sehr einfach gemacht, hat aber eine geniale Wirkung.“

Nachdem dann im Unterricht Modelle gefertigt worden waren, konnten die Mädchen und Jungen im Zoo loslegen. „So enthusiastisch erlebe ich sie selten“, berichtet Ines Lenke. „Wann hat man schon mal die Chance, mit Sandstein zu arbeiten“, erklärt Jenna dazu. Freilich ist das nicht ohne Anstrengung zu haben. Wer sonst höchstens einen Stift hält, dem kann das schwere Bildhauerwerkzeug schon ganz schön zusetzen. Nach dem ersten Tag hatten die meisten der jungen Künstler mit Schmerzen zu kämpfen. Ein Mädchen zog sich sogar eine Sehnenscheiden-Entzündung zu.

Die Profi-Bildhauer empfahlen Bandagen. Inzwischen ist aber auch klar, auf welche Weise sich die Anstrengung zumindest etwas minimieren lässt. „Mehr aus dem Oberarm arbeiten und nicht so sehr aus dem Handgelenk“, erklärt Jenna. Arbeitstechniken muss man eben auch erlernen. Und mittlerweile geht die Arbeit auch schon deutlich leichter von der Hand.

Am Montag haben die Schülerinnen und Schüler ihren großen Tag. Dann rückt nämlich eine Kommission ihrer Schule an und will sich nicht nur die Plastiken ansehen, sondern jeweils auch noch eine verbale Erläuterung hören. Und am Nachmittag gibt es dann die Präsentation aller beim Symposium entstandenen Arbeiten.

Die öffentliche Finissage des 12. Internationalen Bildhauersymposiums beginnt am Montag, dem 1. Juli, um 16 Uhr. Treffpunkt dazu ist das Schloss.

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