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Junge Band spielt Klassiker

Vorsichtig öffne ich die Tür einen Spalt weit und werfe einen ersten Blick in den von außen recht unscheinbaren Raum Nummer 10 in der Musikschule Freital. Einzelne Sonnenstrahlen fallen durch die Jalousie auf die dunkelgrüne Auslegware und ein Netz aus aufgebauter Technik.

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Von Sophia Wulff-Woesten

Vorsichtig öffne ich die Tür einen Spalt weit und werfe einen ersten Blick in den von außen recht unscheinbaren Raum Nummer 10 in der Musikschule Freital. Einzelne Sonnenstrahlen fallen durch die Jalousie auf die dunkelgrüne Auslegware und ein Netz aus aufgebauter Technik. Nach dem Stimmen der Instrumente wird noch kurz auf den Keyboardtasten geklimpert. „So, können wir anfangen?“ Tino Leuthäuser, der Leiter der an diesem Ort zur Probe versammelten Band, zählt ein–und der Raum beginnt, sich langsam mit sattem Klang zu füllen.

Schon seit einiger Zeit besteht die ehemals als „Die Käfer“ bekannte Schülerband, die sich aus E-Gitarre, Bass, Keyboard, Schlagzeug und Gesang zusammensetzt. „Am Anfang klang es noch ziemlich furchtbar. Aber mit der Zeit sind wir immer ein bisschen besser geworden“, berichtet der 12-jährige Sänger Erik Leuthäuser lachend. Neben dem 15-jährigen Jonas Gerigk am Piano, Florian Ammer, 15, am Schlagzeug und Victoria Bischoff (14), die flink die Saiten des Bass zupft, führt seit einem guten Jahr auch der Weg des 16-jährigen Gitarristen Erik Abdukarimov jeden Donnerstag nach Freital zur Bandprobe.

Fast wie das Original

Klassiker wie „Hey Jude“ von den Beatles lässt die Band durch das Musikschulgebäude hallen. Die Originalversionen der gespielten Songs werden zuerst genau angehört und dann auf die Instrumente übertragen, sodass Stück für Stück sehr ausgefeilte Coverversionen erklingen.

Tipps und scharfe Hinweise des Leiters Tino Leuthäuser, der bei manchen Liedern auch selbst zur Gitarre greift, perfektionieren das Zusammenspiel. Selbst anspruchsvolle Gitarrensolos gehen dem sonst eher ruhigen Gitarristen Erik locker von der Hand und lassen mich bewundernd den Kopf schütteln. Letztendlich erinnert beinahe nur noch die für sein Alter bemerkenswert gut ausgereifte Stimme des Sängers Erik daran, nicht das Original zu hören. Respekt.

Zum Repertoire gehören jedoch nicht nur Klassiker, sondern auch vier selbst geschriebene Lieder. Woher kamen die Inspirationen? „Ach, ganz unterschiedlich. Irgendwann bin ich aufgestanden und habe spontan meine Ideen aufgeschrieben“, erzählt Sänger Erik, ganz der Künstler. Für die kommende Zeit werden von Drummer Flo schon viele Pläne gesponnen: „Klar, wir werden weiterspielen. Wir müssen doch die Musikschule ordentlich vertreten.“

Ob nun alle Zukunftsvisionen in Erfüllung gehen oder nicht, eins steht fest: Diese Schülerband hat die Energie und das Talent für noch viele gelungene Auftritte.

Nach einer geräuschvollen Stunde schließe ich wieder – grinsend und mit lauter Ohrwürmern im Kopf – hinter mir die Tür von Raum Nummer 10.