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Junge Börsianer können Glück gut gebrauchen

Beim Planspiel Börse der Sparkasse ist Halbzeit. Gewinn und Verlust halten sich noch etwa die Waage.

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Von Frank Klinger

Um es gleich am Anfang klarzustellen: Die „kapitalgeilen Kommunisten“ haben nichts mit dem zurzeit laufenden Parteitag der chinesischen Staatspartei in Peking zu tun. Hinter der außergewöhnlichen Bezeichnung verbirgt sich das zur Halbzeit des „Planspiels Börse“ der Kreissparkasse Döbeln führende Team des Martin-Luther-Gymnasiums Hartha.

Am Sonnabend waren die Teilnehmer der insgesamt 82 Teams zum „Börsenfrühstück“ in das Sparkassengebäude nach Döbeln eingeladen, um bei Kaffee, belegten Brötchen und anderen Leckereien neben der Zwischenauswertung auch einige Hinweise und Ratschläge mitzunehmen.

Als Marketing-Mitarbeiterin Romy Vogel die etwa 30 Jugendlichen begrüßt hatte, gab ihr Kollege Rene Schilling eine kurze Analyse des bisherigen Spielverlaufs. „In diesem Jahr gab es an der Börse eine mehr abwartende Haltung. Der DAX bewegte sich nur in einem kleinen Rahmen auf und ab. Das war in den vergangenen Jahren schon anders“, meinte er.

Dementsprechend liegen zur Hälfte des Wettbewerbs, mit dem die Schüler ihre Kenntnisse über Wirtschaftsvorgänge erweitern, aber auch den Umgang mit Risiken und nicht zuletzt die Arbeit in einem Team erlernen, die einzelnen Mannschaften relativ dicht beieinander. Alle begannen am 1. Oktober mit einem fiktiven Startkapital von 50000 Euro. „In diesem Jahr haben wir zur Halbzeit bisher keine Ausreißer nach oben und unten“, erklärte Romy Vogel, und verwies auf die ausliegenden Listen. Aus diesen ging hervor, dass die „kapitalgeilen Kommunisten“ aus Hartha als bestes Team zur Zeit bei knapp 53000 Euro liegen, während das hier namentlich nicht aufgeführte Team mit der Roten Laterne bei knapp 46500 Euro steht.

Aufholen ist noch möglich

„So etwas kann man mit drei oder vier guten Geschäften durchaus noch aufholen“, so Börsenspezialist Rene Schilling und bestätigte, dass auch Glück dazu gehört: „Deswegen heißt das auch Spiel.“

Aber bekanntlich lernt man spielend am besten, und genauso sieht das auch Andreas Clauß von den auf dem Bronzerang liegenden „Börsen-Kings“ der Peter-Apian-Mittelschule Leisnig. Er meinte: „Ich möchte später vielleicht einmal als Manager in der Wirtschaft tätig sein, deswegen mache ich hier mit. Ich treffe mich mit meinen Teamkameraden immer morgens vor dem Unterricht. Dann legen wir fest, in welche Firmen wir investieren. Meist sind wir schnell einer Meinung.“

Einig waren sich auch die drei jungen Damen des Teams mit dem modischen Namen „Lacoste, was es wolle“. Stelle Janasek, Michelle Hofmann und Maria Bogdan liegen nach einem guten Start im vorderen Mittelfeld. „Aber das wird noch, wir wollen mit nach Frankfurt fahren“, meinten sie optimistisch.

Eine Reise nach Frankfurt, das ist der Preis für die besten Teams aus den einzelnen Schulen. Dort wird man, wie Romy Vogel in Aussicht stellte, nicht nur die Börse besuchen, sondern auch Zeit zum Einkaufen haben. Denn – so lautet eine alte Weisheit – Geld muss schließlich wieder investiert werden.