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Junge Damen und uralte Kamelien

Seit gestern ist die neunte Kamelienschau in der Via- Regia-Stadt geöffnet. Zwei Zehntklässlerinnen hatten dabei eine spezielle Rolle.

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Von Manuela Reuß

Mandy Walther und Jane Pollack haben seit gestern ihren ersten großen öffentlichen Auftritt hinter sich. Als neue Kameliendamen des Königsbrücker Heimatvereins waren sie natürlich bei der Eröffnung der neunten Kamelienschau präsent, begrüßten die Gäste mit einem Gläschen Sekt. Ein wenig Lampenfieber war da schon. Doch sie meisterten ihren Job bravourös, schätzt Vereinschef Peter Sonntag ein.

Junges Blut im Verein

Mit ihren zusammen 33Jahren sind Mandy und Jane nicht mal annähernd so alt wie die Exoten, welche die beiden präsentieren. Wissen die Zehntklässlerinnen der Königsbrücker Mittelschule, wie viele Jahre die besonderen Prachtexemplare des Vereins Schneeweißchen und Rosenrot auf dem Buckel haben? „Über 180“, erklärt die blonde Mandy. Noch kommt die Antwort etwas zaghaft. Doch spätestens nach ihrer ersten Saison werden die beiden Repräsentantinnen um keine Antwort mehr verlegen sein.

„Man muss sich bisschen was anlesen, damit man den Besuchern aus Auskunft geben kann“, verrät ihre Vorgängerin Sonita Bellinghausen. Die Rathausmitarbeiterin ist zugleich Vorstandsmitglied des Heimatvereins. Weil sie auch in der Kameliengruppe mitarbeitet, ernannte man sie kurzerhand zur Kameliendame. Drei Jahre lang präsentierte sie die asiatischen Winterschönheiten und ist froh über das junge Blut im Verein. Denn am Nachwuchs mangelt es auch dort. Nur etwa ein Zehntel der Mitglieder sind junge Leute, so Sonntag. Deshalb knüpfte der Verein Kontakt zur Königsbrücker Mittelschule. Erfolgreich, wie man an Mandy und Jane sieht. Im vergangenen Jahr hätten die beiden schon ein bisschen in der Kameliengruppe mitgearbeitet, berichtet Sonita Bellinghausen. Dass sie nun Kameliendamen sind, verdanken sie ihrer Impulsivität. „Wir wurden in der Schule angesprochen und da haben wir spontan Ja gesagt“, erzählt Jane. Inzwischen sei auch schon die eine oder andere neugierige Frage von Mitschülern gestellt worden. „Aber viele würden es nicht machen wollen“, erklärt Mandy. „Wegen der Freizeit.“ Immerhin investieren die beiden jungen Damen etliche Stunden in ihre neue Aufgabe.

Vor allem in der Saison seien die beiden gefordert, weiß ihre Vorgängerin. Schon vor der Eröffnung gebe es einige Termine zu absolvieren. „Die Kameliendame muss immer präsent sein.“ Mitunter nicht nur zu den Schautagen. Manch wichtige Gäste kommen auch mal außerhalb der eigentlichen Öffnungszeiten. Die Internationale Kameliengesellschaft beispielsweise macht fast jedes Jahr in Königsbrück Station, verrät Vereinsmitglied Bodo Schirrmeister. Auch für dieses Jahr habe sie sich angesagt. „Der genaue Termin steht allerdings noch nicht fest.“

Bis zum 6.April öffnen die Königsbrücker sonntags ihr Gewächshaus für die Öffentlichkeit. Blumenfreunde aus ganz Deutschland besuchen die seltene Schau.

Viele sehenswerte Exponate

Dass der Heimatverein neben den Kamelien – die zugegebenermaßen der ganze Stolz der Königsbrücker sind – durchaus noch über andere sehenswerte Exponate verfügt zeigt eine zweite Ausstellung im Klinkerbau am Via-Regia-Park. Dort präsentieren sich an den Schautagen 13 bis 17Uhr die Modellbauer, der Kreativzirkel und der Fotoklub. Ein Besuch lohnt sich.