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Junge Familie startet Suche nach Geldfressern

Welche Elektrogeräte verbrauchen zu viel Strom? Das will Familie Nacke/Rust aufdecken.

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Von Jana Mundus

Joghurt ist Franziskas Schokolade. „Kann ich einen Joghurt essen“, fragt sie ihre Mama Grit Nacke. Sie darf, und Bruder Maximilian hilft der Zweijährigen beim Herausangeln des Bechers aus dem Kühlschrank. Zufrieden löffelt die Kleine los. Der sechsjährige Max lässt sich derweil eine Banane schmecken. „Er verträgt viele Lebensmittel nicht“, erzählt Grit Nacke. Da es auch mit Zuckerhaltigem Probleme gibt, isst Familie Nacke/Rust eher wenig Süßes. Die vier machen in den nächsten Wochen bei der Aktion „Grüner leben“ mit, die die Sächsische Zeitung mit der Dresdner Initiative „Grüne Stadt“ ins Leben gerufen hat. Neben Tipps zum Energiesparen oder zum Thema Mobilität hofft die Familie auch auf neue Erfahrungen in Sachen Ernährung.

Seit 2005 leben Grit Nacke und Michael Rust mit ihrer Familie in einer Vier-Raum-Wohnung in Leubnitz-Neuostra. „Mich interessiert vor allem, wie wir hier noch Energie sparen können“, sagt der 34-jährige Familienvater. Schon jetzt achtet er zwar darauf, dass nirgends unnötig Lampen leuchten oder die Heizung läuft. Trotzdem vermutet er, dass noch versteckte Geldfresser aufzuspüren sind. Gerade Elektrogeräte, die oft ungenutzt an der Steckdose hängen, hat er dabei in Verdacht. „Der Energiebereich ist sicherlich der, wo wir wirklich noch sparen können“, sagt auch seine Lebensgefährtin.

Ihre Ernährung haben sie stückweise schon auf Bio-Produkte umgestellt. Doch es gibt auch dort noch Potenzial, so die 37-Jährige. „Auf Regionalität achten wir beispielsweise noch nicht.“ Auch über das Abonnieren einer Obst- und Gemüsekiste haben sie schon nachgedacht. „Fleisch und Wurst essen wir sowieso schon wenig.“ Sie sind gespannt, welche Tipps ihnen die Ernährungsberaterin in den kommenden Wochen noch gibt, um grüner zu leben.

Die Größe ihres momentanen ökologischen Fußabdrucks haben sie im Internet auf der Seite von „Footprint Deutschland“ bereits berechnen lassen. Nach der Beantwortung von Fragen aus den Bereichen Energieverbrauch, Ernährung, Mobilität und Konsumverhalten zeigt er an, wie groß die Fläche ist, die die Familie durch ihren Lebensstil für sich beansprucht. „Unser Wert lag bei 3,6“, erklärt Grit Nacke. Der deutsche Durchschnitt liegt bei 4,6 Hektar. Damit es der Erde gut geht, dürften es weltweit allerdings nur 1,8 Hektar sein.

Das Auto der Familie ist oft in Gebrauch. Ob zum Abholen der Kinder oder für den Wocheneinkauf. „Ich brauche für meinen Beruf ein Fahrzeug“, sagt Grit Nacke. Gemeinsam mit ihren Eltern führt sie eine Firma, die Nachhilfeunterricht anbietet. Michael Rust fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit. Er ist Krankenpfleger. „Ich brauche nur fünf Minuten.“ Das Auto weniger zu nutzen, kann sich die Familie momentan eher schwer vorstellen. „Aber natürlich sind wir auch da aufgeschlossen, was uns der Mobilitätsberater erklärt.“