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Junge Hände zimmern altes Meisterwerk

Sie ist der Stolz der Dresdner: die wieder entstehende Frauenkirche. Schon fehlen ihr im Außenbereich nur noch die steinerne Laterne und die hölzerne Turmhaube mit dem Kreuz. Letztere sollte, sagen die Überlieferungen, eigentlich auch aus Stein gefertigt werden.

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Von Monika Dänhardt

Sie ist der Stolz der Dresdner: die wieder entstehende Frauenkirche. Schon fehlen ihr im Außenbereich nur noch die steinerne Laterne und die hölzerne Turmhaube mit dem Kreuz. Letztere sollte, sagen die Überlieferungen, eigentlich auch aus Stein gefertigt werden. Doch nach dem Tod von Architekt George Bähr baute man sie aus Holz. Wer hätte gedacht, dass sie dadurch, Jahrhunderte später, zur Herausforderung für auszubildende Zimmerer werden würde?

Seit Anfang November 2003 arbeiten Lehrlinge und Ausbilder vom Berufsförderungswerk Bau Sachsen e. V. an der Holzkonstruktion der Turmhaube. Davor bauten sie auch schon das Modell mit. „George Bähr hatte die Pläne für seine Turmhaube wohl nur im Kopf. Ein Architekturstudent sah sich andere Kirchen von Bähr an und schuf danach eine Vorlage. Auf der basierte dann unser Modell“, sagt Lehrmeister Detlef Kliemt. Die Lehrlinge tüftelten, bauten, schnitten, schliffen – schufen das Modell der Turmhaube und übergaben es der Stiftung Frauenkirche, die es zur Besichtigung aufstellte. Jetzt soll aus dem Modell das Original werden – wieder unter Beteiligung der jungen Zimmerer und Zimmererlehrlinge vom Berufsförderwerk. Eine Aufgabe, die Ausbildung interessant werden lässt.

Vorgestern fiel das Startzeichen für die jetzt ganz offizielle „Projekteröffnung“, also Endfertigung des Originals. Eigentlich sollte es schon eher fallen. Doch bei Modellversuchen hatte sich gezeigt, dass der Querschnitt der Hölzer wohl zu klein war. Also mussten neue Hölzer aus Lärchenholz besorgt werden. Die Fertigstellung der Turmhaube verzögert sich dadurch in Richtung Ende Januar. Geplant war Ende Dezember. Doch wollen alle Beteiligten den 22. Juni 2004 als angegebenen Termin für die Aufsetzung halten. Und beim Blick auf die dann fertige Frauenkirche können mehrere junge Dresdner Handwerker befriedigt und selbstbewusst sagen: „Das ist auch unserer Werk!“

Am 6. und 12. Dezember geben die Zimmerer im Berufsförderungswerk Bau Sachsen e. V. auf der Neuländer Straße 29, jeweils 9 bis 12 Uhr Auskunft über ihre Arbeit an der Turmhaube