merken
PLUS

Junge Koreaner gastieren in Bautzen

Klassik und Modernes erklang beim Konzert im Oberverwaltungsgericht.

Von Crista Vogel

Musik im Sächsischen Oberverwaltungsgericht Bautzen ist zur festen Größe geworden. Da ist die Veranstaltung im Stucksaal vorzeitig ausgebucht. Selbst der Präsident Erich Künzler genießt die Konzertatmosphäre mit den Studierenden der Hochschule für Musik Carl-Maria von Weber Dresden. Jüngst waren dies drei junge Koreaner des Jahrgangs 1987, die in der Heimat studierten und in Dresdner Meisterklassen ihre Studien vervollkommnen.

Wandern
Schritt für Schritt
Schritt für Schritt

Gerne an der frischen Luft und immer in Bewegung? Wanderwege, Tipps und Tricks finden Sie hier.

Den 1. Teil des Konzertabends gestaltete Wonny Seongwon Park (Klavier), der überaus zahlreiche internationale Preise gewann und seit 2013 Stipendiat der „Ad infinitum Foundation“ ist. Mit der Französischen Suite VI BWV 817 von Johann Sebastian Bach eroberte er das Publikum im Wirbelsturm alter Tanzformen, der den Saal samt Flügel beben ließ. Ob unbeschwert heitere Allemande, ernst dahin schreitende Sarabande und freundlich pendelnde Polonaise, die mit der flotten Gavotte kokettierten oder das überaus temporeiche Menuet, sie alle endeten im furiosen Flügelrauschen. So reihte sich Glanzlicht an Glanzlicht. „Triana“ fis-Moll vom Spanier Isaac Albéniz (1860–1909) eroberte die Gäste mit Perlenzauberklang aus edlem Flügelkorpus, fesselte mit impressionistisch-spätromantischem Kolorit.

Bach als Zugabe

Vom Zeitgenossen Sergej Rachmaninow folgte die Etude tableau op. 39 Nr. 3 fis-Moll aussagestark, expressiv dem russischen Idiom verbunden und faszinierend präsentiert. Beifallsjubel brandete zum Interpreten, der mit der Klaviersonate Nr. 5 in Fis-Dur op. 53 von Alexander Skrjabin (1872–1915) auf die Auflösung der Tonalität aufmerksam machte. Flügelfeuer glitt in flüsternde Tastenspiele. Stockte. Türmte sich auf und donnerte in Akkordbrechungen. Glühte spannungsreich Neutönendes, war furioses Glockenläuten und Sturm und Drang eines jungen Meisters, der für Ovationen mit einer wunderschönen Bach-Zugabe dankte. Mit dem Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129 von Robert Schumann (19. Jahrhundert) erfüllten Sangwha Kim (Cello) und Moon Young Kim (Klavier) den zweiten Konzertteil. Energie und kraftvolle Wärme breiten sich aus, erfasste Geist und Sinne, einte beide junge Künstlerinnen in Ausdrucksdichte und Ausstrahlung. Ein wie Samt und Seide hineingehauchter Mittelsatz zauberte Langsamkeit und Achtsamkeit, die in einem exzellenten Duo-Miteinander endete. Schönste Rosen und Bravo-Ovationen dankten für ein großartiges Musikerlebnis.