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Junge Leute finden wieder Halt

Seit 1999 betreibt das Berufsbildungszentrum die Jugendsozialarbeit in Zittau. Jetzt eröffnete es eine neue Geschäftsstelle.

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Von Thomas Christmann

Gerade arbeiten die 15 Jugendlichen an ihrem neuen Vorhaben. Dabei handelt es sich um den Bau einer Überdachung für den Torfbaumstamm am Olbersdorfer See. Die neue offene Jugendwerkstatt bietet ihnen dafür die nötigen Möglichkeiten, wie Fachanleiter Peter Schöbel erklärt. „Solange die jungen Leute einen Nutzen in den Projekten sehen, engagieren sie sich“, sagt er.

Seit Januar befindet sich die Werkstatt zusammen mit dem Bereich der ambulanten Jugendhilfe auf der Rathenaustraße in Zittau. Dort eröffnete das Berufsbildungszentrum Bautzen (BBZ) jetzt seine neue Geschäftsstelle. Dies biete nicht nur genug Platz, sondern es können bei Bedarf auch noch Räume hinzugemietet werden, erklärt Geschäftsführer Johannes Mättig.

Aus Streetwork entstanden

Bereits vor sieben Jahren entstand die Einrichtung aus einem Streetworkerprojekt heraus, angeregt durch Jugend- und Arbeitsamt. „Es gab viele Jugendliche, die sich nicht mehr bei den Behörden haben sehen lassen. Die erreichten wir durch Streetworker“, berichtet Mättig.Meist seien es jene, die Probleme mit Alkohol, Drogen, Schule und Disziplin haben.

Doch es fehlte an Angeboten. So eröffnete das BBZ ein Jahr später gemeinsam mit der Zittauer Bildungsgesellschaft eine offene Jugendwerkstatt auf der Äußeren Weberstraße. Ziel: Einen berufsorientierten Ansatz anbieten. „Wir wollten vermeiden, dass die Jugend in ein Loch zwischen Ausbildung und Schule fällt“, betont Peter Schöbel. Und Johannes Mättig fügt hinzu: „Durch praktische Arbeit wollten wir sie wieder motivieren und ihr Selbstwertgefühl stärken.“

Bis heute hat die Zittauer Jugendwerkstatt 238 Jugendliche betreut. Davon finde ein Großteil auch einen erfolgreichen Übergang, betont der Geschäftsführer. Doch nicht nur mit diesem Angebot versucht das BBZ die Jugend zu erreichen. Auch soziale Gruppenarbeit wird angeboten. Dahin kämen Kinder mit Problemen im Elternhaus und in der Schule, berichtet die Zittauer Geschäftsstellenleiterin, Ines Mitsch. „In der Gruppe sollen sie lernen, damit umzugehen und Lösungen zu finden“, sagt sie weiter. Im Moment betreut sie acht Kinder von acht- bis 16 Jahren. Dreimal in der Woche treffen sie sich, machen Ausflüge oder gehen zu Veranstaltungen.

Neues Projekt ist geplant

Doreen Lucke hingegen ist Ansprechpartnerin für den Erziehungsbeistand. Sie bietet Hilfe, wenn es Probleme in den Familien gibt. Oft seien es sozial Schwache, erzählt sie. „Ich helfe dann bei der Gesprächsführung, dem Haushaltsplan, der Wohnungssuche und den Finanzen“, sagt Lucke. Zehn Familien betreut sie im Moment.

Dabei will das BBZ sein Angebot noch erweitern. „Im September möchten wir ein Schulverweigererprojekt starten“, erzählt Mitsch. Die Jugendlichen sollen dann in kleinen Gruppen wieder motiviert werden, am Unterricht teilzunehmen.